Echtes Johanniskraut als Mittel gegen Depressionen und Schnittwunden
Natürliche Arznei

Das Echte Johanniskraut ist eine beliebte Heilpflanze. Bild: dpa
Es hilft gegen Angstzustände, Unruhe und bei Depressionen. Das Echte Johanniskraut wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gewählt. Das Gewächs sei eine Heilpflanze, die sowohl traditionell als auch aktuell eine große Bedeutung in der Pflanzenheilkunde habe. "Es gibt interessante neue Forschungsarbeiten zu dem Thema", sagte Johannes Gottfried Mayer von der Universität Würzburg.

Es habe sich klinisch bestätigt, dass Johanniskraut-Präparate gegen Depressionen wirksam sind. Verschiedene Mechanismen sind daran beteiligt: Bei klassischen Antidepressiva tragen die Mittel dazu bei, dass spezielle Botenstoffe im Nervensystem (Neurotransmitter) länger und in größerer Menge verfügbar sind. Das führt dazu, dass sich die Stimmung des Patienten aufhellt.

Bei Krebs und Alzheimer

Einzelne Extrakte aus der Arzneipflanze werden Mayer zufolge inzwischen testweise in der Krebstherapie eingesetzt. Die Alzheimer-Erkrankung ist ein weiteres Forschungsgebiet. Auch als Tee oder Öl kommt Johanniskraut in der Pflanzenheilkunde zum Einsatz. Das Öl hilft bei Schnitt- und Schürfwunden. Ganz unproblematisch ist das Gewächs aber nicht. "Es gab Irritationen wegen Wechselwirkungen", erläutert Mayer. Denn Johanniskraut verstärkt im Körper die Wirkung eines Enzyms, das beim Abbau von Arzneimitteln wichtig ist. In Kombination mit anderen Medikamenten kann das dazu führen, dass die anderen Mittel kaum noch wirken. Das gilt zum Beispiel für die Anti-Baby-Pille. Hoch dosierte Johanniskraut-Mittel sind daher seit 2003 apothekenpflichtig.

Die Pflanze wird in der Regel 15 bis 30 Zentimeter hoch. Von anderen Johanniskraut-Arten lässt sich das Echte Johanniskraut anhand des Stängels unterscheiden: Er hat von oben bis unten zwei Kanten und ist nicht hohl, sondern mit Mark gefüllt.
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