Edwin Sowisch und Hanns-Friedrich Kaiser ergänzen sich bei Kirchenkonzert kongenial
Harmonisches Duo

Oboist Edwin Sowisch und Organist Hanns-Friedrich Kaiser zeigten keine Scheu vor schwierigen Stücken. Auf ihr Können war einfach Verlass. Bild: hbl
Zu einer wunderbaren Einheit wurden Musik und Raum am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche. In einem Konzert für Orgel und Oboe spürten die Besucher die Vorfreude auf das 300-jährige Bestehen des Gotteshauses.

Edwin Sowisch und Hanns-Friedrich Kaiser hatten ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm mitgebracht, das ausgehend vom Barock bis zu zeitgenössischen Komponisten viele Stile abdeckte. In Johann Wilhelm Hertels Partita C-Dur präsentierten sich die beiden als gleichberechtigte Partner. Dominierten bei Hertel musikalische Figuren, spielte bei der Choralbearbeitung von Georg Friedrich Kauffmann der Choral "Herr Gott, dich loben alle wir" die Hauptrolle. Auch hier demonstrierte Sowisch seine Kunst, in allen Lagen intonationssicher und mit durchweg hervorragender Qualität des Oboentons virtuos alle musikalischen Schwierigkeiten vergessen zu machen.

Sein ebenbürtiger Partner an der Orgel gestaltete seinen Part mit größter Musikalität. Jeder Organist, der schon einmal ein Orgelkonzert aus der Feder von Händel alleine gespielt hat, weiß um die außerordentlichen Schwierigkeiten dieser Werke. Und auf einer Orgel mit lediglich zwölf Registern die Toccata op. 80 von Reger spielen zu wollen, erscheint nicht nur auf den ersten Blick mutig. Hanns-Friedrich Kaiser gelang es beeindruckend, Reger auf einem Instrument mit zeittypisch spitzem Klang überzeugend darzubringen und offenbarte dabei die barocken Vorbilder des Werkes. Die heiteren Variationen über "Geh aus mein Herz und suche Freud" im Stile von Mozart von Gottfried Fischer (nicht zu verwechseln mit Gotthilf!) ließen die Besucher beim Erkennen der Mozartschen Zitate schmunzeln. Die Werke von Fortenbach, Ladriere und Reichel bewiesen, dass qualitativ hochwertige zeitgenössische Musik ganz und gar nicht zur Verstörung des Publikums beitragen muss. Zur Freude des Publikums bat Organisator Michael Raab um eine entsprechende Zugabe, die mit "Ecabe" von Fortenbach gewährt wurde.
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