Eier zum Jahrestag der "samtenen Revolution"

25 Jahre "samtene Revolution": Die Ukraine-Krise wirft auch in Prag Schatten auf die Feierlichkeiten. Demonstranten kritisieren die russland-freundliche Haltung von Präsident Zeman. Bundespräsident Gauck warnt: Die Erfolge von 1989 sind noch nicht gesichert.

Bei wütenden Protesten gegen den tschechischen Präsidenten Milos Zeman in Prag ist Bundespräsident Joachim Gauck von Ei-Resten getroffen worden. "Das Ei hat eigentlich mir gegolten", entschuldigte sich Zeman nach Informationen aus Teilnehmerkreisen. Die massiven Proteste in Prag überschatteten am Montag das internationale Gedenken an die "Samtrevolution", die friedliche Wende in der früheren Tschechoslowakei vor 25 Jahren.

Ein Pfeifkonzert übertönte die Gedenkfeier am Ausgangspunkt einer Studentendemonstration vom 17. November 1989. Mit "Ukraine, Ukraine"-Rufen protestierten rund 1000 bis 2000 Demonstranten gegen die russland-freundliche Haltung des Linkspolitikers Zeman. Sie forderten den Präsidenten, der jüngst die kremlkritische Punkband Pussy Riot kritisiert hatte, zum Rücktritt auf.

Zum 25. Jahrestag der friedlichen Revolution in Mittel- und Osteuropa rief Bundespräsident Gauck dazu auf, für eine Durchsetzung von Freiheit und Menschenrechten weltweit zu kämpfen. Mit Blick auf die Ukraine sagte er in Prag, viele Errungenschaften seien noch nicht gesichert, für die die Menschen 1989 auf die Straße gegangen sind. Gauck dankte Tschechen und Slowaken für ihr Engagement bei der friedlichen Wende von 1989. "Die Macht der Mächtigen kommt von der Ohnmacht der Ohnmächtigen", zitierte Gauck den vor drei Jahren verstorbenen tschechischen Präsidenten Václav Havel. In Prag traf Gauck die Präsidenten Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und Polens. An der slowakisch-österreichischen Grenze hatte Gauck zuvor der gescheiterten Fluchtversuche von Ost nach West während der kommunistischen Herrschaft gedacht. Am "Tor der Freiheit" an der Donau legte er gemeinsam mit den Präsidenten der Slowakei, Ungarns und Polens am Montag einen Kranz nieder. Rund 400 Menschen waren bei Fluchtversuchen aus der damaligen Tschechoslowakei ums Leben gekommen. (Kommentar und Seite 8)
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