Ein amerikanischer Traum

William Stuhlreyer ist ein 15-jähriger Bub aus Alameda in der Nähe von San Francisco - und er liebt sein FC-Bayern-Trikot. Hier steht er mit seiner Schwester Ellie (17, links), seiner Mutter Kim (44, rechts) und Vater Tom (45) vor dem Haus der Familie. William leidet am Barth-Syndrom, einer seltenen genetischen Störung. Jetzt hat einen Wunsch frei, und den erfüllt er sich beim Bundesligaspiel in München. Bild: dpa

Für den 15-jährigen William gibt es nichts Größeres als den FC Bayern München. Der schwer kranke Bub aus Kalifornien hat einen Wunsch frei: Den erfüllt er sich nach Ostern bei einem Bundesligaspiel in München.

William Stuhlreyer spricht eigentlich kein Deutsch, doch die Namen der Fußballspieler vom FC Bayern München spult er schnell runter: "Schweinsteiger, Lewandowski, Müller, Götze..." Der 15-jährige Kalifornier beteuert, er sei einer der größten Fans. Stolz zeigt der Junge in seinem Elternhaus in Alameda in der Nähe von San Francisco auf die Vereinsflagge an der Zimmerwand. Er trägt eine Mütze mit dem Logo des Teams und ein Trikot mit der Nummer 19. "Das ist Götze", erklärt William. Jetzt erfüllt sich sein größter Wunsch.

Am Barth-Syndrom erkrankt

Am 11. April soll der schwer kranke Junge beim Bundesligaspiel seines Lieblingsteams in München dabei sein. Dann empfängt der FC Bayern die Frankfurter Eintracht. "Ich werde sie auf Englisch und ein bisschen auf Deutsch wie verrückt anfeuern", sagt William. Schon im November habe er sich aus Freude heiser geschrien, als die Stiftung "Make a Wish" (Wünsch' dir was) seiner Familie die gute Nachricht überbracht habe. Die Organisation erfüllt die Wünsche kranker Kinder. Auf ihre Kosten werden William, seine 17-jährige Schwester Ellie und die Eltern Kim und Tom nach Bayern fliegen. Die Anreise ist bereits für Ostersonntag geplant.

William hat das Barth-Syndrom, eine seltene genetische Störung, die nur Jungen und Männer betrifft. Weltweit sind nur rund 200 Patienten diagnostiziert. Sie leiden an Herzmuskelschwäche, ihr Immunsystem ist geschwächt, das Wachstum gestört. "Viele Leute halten mich für höchstens zehn, weil ich so klein bin", sagt der Junge. Er wird schnell müde und muss Herzmedikamente einnehmen. In einer Fußballmannschaft mitspielen ist tabu, nur ab und zu kickt er im Garten einen Ball. Die Eltern merkten schnell, dass etwas mit ihrem Baby nicht stimmte. Als er neun Monate alt war, fanden Ärzte an der Uni-Klinik in Yale die Ursache. "Er musste die ersten Jahre künstlich ernährt werden, erst viel später lernte er laufen", erzählt Williams Mutter. Kim Stuhlreyer ist Lehrerin, ihr Mann Tom arbeitet bei der Küstenwache. Wachstumsschübe bei Kleinkindern und Teenagern mit der Krankheit sind gefährlich, viele brauchen Herztransplantationen. "William geht es zurzeit recht gut und wir sind alle unglaublich froh, dass sein Fußballwunsch in Erfüllung geht", sagt die Mutter.

Prognose: 3:0 für Bayern

William wird kein bisschen müde, von seiner FC-Bayern-Begeisterung zu erzählen. Es fing vor fünf Jahren mit einem Reisemitbringsel seiner Eltern an. Ein Trikot weckte sein Interesse für den deutschen Verein. "Ich mag ihren Stil und ihre Ballführung", betont Junge. Via Internet verfolgt er inzwischen fast alle Spiele mit.

In München gibt es eine gute Woche lang Verwöhnprogramm für die ganze Familie zum Nulltarif, Ausflüge und Souvenirs inbegriffen. Die weltweit tätige Stiftung "Make a Wish" hat seit 1980 mehr als 300 000 Wünsche kranker Kinder erfüllt. Die Anwärter müssen nur wenige Kriterien erfüllen: Sie sind zwischen zweieinhalb und 17 Jahre alt und lebensgefährlich erkrankt.

Für William steht der Gewinner "seines" Spiels bereits fest. "Ich tippe auf ein 3:0 für Bayern München."
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