Ein Ex-König als Vater

Juan Carlos winkt ab: Er will nichts davon wissen, dass eine 48-jährige Belgierin seine uneheliche Tochter sein könnte. Nun wehrt er sich gerichtlich gegen ihre Vaterschaftsklage. Archivbild: dpa

Eine Belgierin will die Tochter von Juan Carlos sein. Der spanische Ex-Monarch jedoch will davon nichts wissen. Nun geht er gerichtlich gegen die Vaterschaftsklage der 48-Jährigen vor. Kann er sein Ziel erreichen, dass die Klage gar nicht erst zugelassen wird?

Ingrid Sartiau ist fest davon überzeugt, dass Spaniens früherer König Juan Carlos ihr Vater ist. "Ich verlange kein Geld", sagte die Belgierin der Madrider Zeitung "El Mundo" nach der Vorlage einer Vaterschaftsklage gegen den 77-jährigen Ex-Monarchen. "Ich will nur einen Vater haben und ihn kennenlernen."

Romanze im Urlaub

Das wichtigste Beweisstück, auf das sich ihre Klage stützt, ist eine notarielle Erklärung der Mutter. Darin gab die heute 82 Jahre alte Frau zu Protokoll, im Dezember 1965 an der Costa del Sol in Südspanien drei Tage lang eine Romanze gehabt zu haben mit einem "höflichen, schönen, liebevollen, 31 Jahre alten Mann mit blauen Augen". Kurz vor ihrer Abreise habe der Rezeptionist des Hotels ihr offenbart, dass dieser junge Mann der damalige Prinz Juan Carlos von Spanien gewesen sei, heißt es nach spanischen Medienberichten in der Erklärung.

Juan Carlos war damals seit dreieinhalb Jahren mit der griechischen Prinzessin Sofía verheiratet. Diese Erklärung dürfte den Ausschlag dazu gegeben haben, dass Spaniens Oberster Gerichtshof das Klagegesuch der Belgierin vor einem Monat - mit einer Richterstimme Mehrheit - angenommen hatte.

Die Anwälte von Juan Carlos fochten die Zulassung der Klage nun an, weil die notarielle Erklärung der Mutter nach ihrer Ansicht eine Reihe von Ungereimtheiten aufweise. Sie stellten nach Informationen von "El Mundo" heraus, dass in dem Schriftstück konkrete Angaben zum Ort und zum Hotel fehlten, in dem die Treffen stattgefunden haben sollen. Zudem stehe die Erklärung im Widerspruch zu Äußerungen von Ingrid Sartiau im spanischen TV-Sender Telecinco, wonach ihre Mutter Juan Carlos bereits einige Jahre zuvor in Frankreich kennengelernt habe. Der damalige Prinz war zum Zeitpunkt der angeblichen Treffen an der Costa del Sol auch nicht 31, sondern 27 Jahre alt.

Was wären die Folgen?

Die Hausfrau und Pferdezüchterin aus Belgien hatte ihr Klagegesuch erstmals im Jahr 2012 vorgelegt. Damals war es jedoch nicht zugelassen worden, weil Juan Carlos als König Immunität besaß. Dies änderte sich nach der Abdankung des Monarchen zugunsten seines Sohnes Felipe 2014. "Ich will dem Königshaus keinen Ärger bereiten", sagte die Belgierin. "Ich will nur, dass Spanien mich anerkennt." Die Medien spekulierten darüber, was die Konsequenzen wären. Die 48-Jährige dürfte in diesem Fall den Familiennamen Borbón des Königshauses tragen. Auf einen Anteil am Erbe des Ex-Monarchen würde sie verzichten, wenn Juan Carlos sich mit ihr träfe, sagte ihr Anwalt Jaume Pararols. Unklar wäre, ob die Belgierin in die Rangliste der Thronfolge aufgenommen werden müsste.
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