Ein Jahr nach Tod von zwölfjährigem Buben in USA
Schütze entlastet

Fast ein Jahr nach den tödlichen Polizeischüssen auf den zwölfjährigen Schwarzen Tamir Rice in den USA haben zwei Gutachten den Schützen entlastet. Dieser hatte nach eigenen Angaben eine Spielzeugpistole des Jungen für echt gehalten und sich unmittelbar bedroht gefühlt. Die beiden Gutachter - ein Staatsanwalt und eine ehemalige Beamtin der Bundespolizei FBI - befanden der "New York Times" zufolge, dass der weiße Polizist Tim Loehmann "begründet" gehandelt habe.

Der Beamte und ein Kollege waren nach dem Vorfall im vergangenen November vom Dienst suspendiert worden. Eine Anklagekammer (Grand Jury) muss entscheiden, ob sich Loehmann vor Gericht verantworten soll. Der Fall in einer Serie tödlicher Polizistenschüsse auf Schwarze in den USA hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, weil der Erschossene so jung war.

Rice hatte in Cleveland (Ohio) mit einer Druckluft-Pistole hantiert. Ein Passant sah das und alarmierte die Polizei, wies aber zugleich darauf hin, dass es sich vermutlich um keine echte Waffe handele. Diese Einschränkung gab die Notrufzentrale offenbar nicht an die beiden Beamten weiter. Loehmann schoss nach eigenen Angaben, als der Junge scheinbar zu seiner Pistole griff.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.