Einbrüche auf Höchststand

Ein Kriminalbeamter demonstriert, wie leicht ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden kann. Bild: dpa

Schon einer Verbrecherbande anzugehören soll künftig verboten sein - so will es die Bundesregierung. Mehr als 100 Ermittlungsverfahren allein gegen bandenmäßig organisierte Einbrecher und Diebe gab es 2014.

Verbrecherbanden haben in Deutschland 2014 so viele Einbrüche und Diebstähle verübt wie seit acht Jahren nicht mehr. Das geht aus dem Lagebericht zur Organisierten Kriminalität hervor, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag in Berlin vorstellte. Damit Verbrecherbanden leichter bekämpft werden können, arbeitet die Bundesregierung laut de Maizière an einem Gesetz, das bereits die Mitgliedschaft einer solchen Vereinigung unter Strafe stellen soll.

Hört man auf die Klagen aus der Bevölkerung, so könnte man meinen, Verbrecherbanden seien in Deutschland vor allem in den östlichen Bundesländern aktiv. Ein Blick auf den Lagebericht zur Organisierten Kriminalität (OK) zeichnet ein anderes Bild: Die meisten Ermittlungsverfahren gegen kriminelle Banden konzentrierten sich im vergangenen Jahr auf die westlichen Bundesländer. Die einzige Ausnahme bildete Berlin.

Bayern: Hohe Fallzahlen

Angeführt wurde die OK-Statistik von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern. Sachsen war auf dem achten Platz das häufigste Ziel von Verbrecherbanden unter den ostdeutschen Bundesländern. 2014 wurden bundesweit 571 Ermittlungsverfahren in der Organisierten Kriminalität geführt (Vorjahr: 580). Davon wurden 299 Verfahren neu eingeleitet. Die Zahl der Erstmeldungen stieg um 7,2 Prozent zum Vorjahr. Die Zahl der Tatverdächtigen ging mit 8700 (2013: 9155) leicht zurück.

Die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität gerate immer mehr "in den Schatten anderer wachsender Aufgaben", wie die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus, Rechtsextremismus und Cyber-Kriminalität, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff.
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