Eine Region liegt in Trümmern

In der pakistanischen Stadt Peschawar trugen Väter ihre verletzten Kinder ins Krankenhaus, um sie nach dem Erdbeben behandeln zu lassen. Bilder: dpa (2)

Nach dem Erdbeben im Hindukusch-Gebiet ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 200 gestiegen. Allein in Pakistan kamen nach offiziellen Angaben mehr als 150 Menschen ums Leben, es gab Hunderte Verletzte.

Das Militär und die Zivilbehörden hätten in der am schlimmsten betroffenen Region im Norden eine groß angelegte Rettungsaktion gestartet, um das gesamte Ausmaß der Katastrophe abschätzen zu können, sagte Informationsminister Pervaiz Rasheed. Mindestens 700 Verletzte wurden in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa in Krankenhäusern behandelt.

Panik auf den Straßen

Stromnetze und Kommunikationsverbindungen brachen in Teilen Pakistans, Afghanistans und Nordindiens zusammen, Häuser stürzten ein, Straßen wurden blockiert. Überall rannten Menschen in Panik auf die Straßen. Das Zentrum des Bebens lag in der dünn besiedelten Bergregion Badachschan im Nordosten Afghanistans. Die meisten Opfer gebe es in der nordwestlichen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa und in den Stammesregionen an der Grenze zu Afghanistan, sagte ein Sprecher von Premierminister Nawaz Sharif. Hier rechneten die Behörden mit steigenden Opferzahlen. Viele Menschen wurden von herabfallenden Trümmerteilen getroffen. Das Beben habe länger als eine Minute gedauert und schwere Schäden angerichtet, sagte ein Augenzeuge. Die betroffene Region ist das Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan. Erdrutsche blockierten die Hauptverbindungsstraße zwischen Pakistan und China. Nach Angaben der Verkehrsbehörde steckten tausende Reisende in der abgelegenen Region fest. Auch im Swat-Tal gebe es viele Schäden, schrieb die pakistanisch-kanadische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy auf Twitter. Im nordindischen Kaschmir brachen die Handy-Netze zusammen. Die Erschütterungen waren bis in die Hauptstadt Neu Delhi und in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu spüren.

Indien bietet Hilfe an

Indiens Premierminister Narendra Modi bot den betroffenen Regionen Hilfe an. Er betonte, dies gelte auch für Pakistan - das ist der Erzfeind Indiens. Erst Stunden vor dem Erdbeben war an der Waffenstillstandslinie zwischen den beiden Atommächten noch geschossen worden, dabei hatte es auf beiden Seiten Tote gegeben.
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