Elch im Nationalpark Bayerischer Wald unterwegs
Fotofalle liefert den Beweis

Bild: Nationalpark Bayerischer Wald/dpa
Grafenau. (dpa) Elche sind in Deutschland meist nur in Wildgehegen oder Zoos zu sehen. Jetzt ist erstmals ein wilder Bulle im Nationalpark Bayerischer Wald fotografiert worden. Das junge Tier tappte Ende Mai in eine selbstauslösende Fotofalle, die von Rangern aufgestellt worden war, wie die Parkverwaltung am Freitag in Grafenau (Landkreis Freyung-Grafenau) mitteilte. Das Bild zeigt den etwa ein Jahr alten Elch, wie er am Waldrand entlangstreift.
«Er ist ein Halbstarker. Er hat seine Gruppe verlassen, um sich umzuschauen, was es für Weibchen in der Umgebung gibt», sagte der Wildtierexperte des Nationalparks, Marco Heurich. Er vermutet, dass der Bulle aus Tschechien stammt. Südlich des Moldau-Stausees lebt eine kleine Elchpopulation, die auf etwa 15 bis 20 Tiere geschätzt wird.

Die Fotofalle ist eigentlich für das Luchs-Projekt im Bayerischen Wald aufgestellt worden und wird etwa alle sechs Wochen ausgewertet. Bislang gab es nur Hinweise von Parkbesuchern, die die scheuen Tiere gesehen haben wollen, aber kein Elch-Beweisfoto. Im Bayerischen Wald wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Regen sieben und aus dem Nationalpark zwei Beobachtungen gemeldet.

Heurich glaubt nicht, dass sich der junge Bulle allzu lange im Bayerischen Wald aufhält. «Die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Weibchen findet und bleibt, ist extrem gering. Er wird dann wohl weiterziehen.»

Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung in Hamburg wandern seit Jahren immer häufiger Elche aus Polen und Tschechien über die Grenze nach Deutschland. Allein in Polen gibt es demnach rund 4000 Tiere.
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