Elefantenkuh reißt aus Zirkus aus und geht auf 65-jährigen Spaziergänger los
"Baby" tötet Flaschensammler

Der Zirkuselefant "Baby" ist am Samstag in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) aus dem Zirkus entwichen und hat einen Menschen getötet. Bild: Peta/dpa
Eine tragische Begegnung zwischen Mensch und Tier: Ein 65-jähriger Mann verlässt am Samstag bei Tagesanbruch seine Wohnung in der Stadt Buchen im Odenwald. Wie üblich sammelt er beim morgendlichen Spaziergang Pfandflaschen und Dosen. Gegen 5.30 Uhr trifft er auf einen Afrikanischen Elefanten. Das Tier mit dem Namen "Baby" ist aus einem in der Nähe gastierenden Zirkus ausgebüxt. Die Elefantenkuh geht auf den Spaziergänger los und tötet ihn auf der Stelle.

Es ist nicht das erste Mal, dass "Baby" einen Menschen angreift. Schon mehrfach hat der 34 Jahre alte Elefant, auch "Benjamin" genannt, Menschen verletzt: 2010 schleudert er bei einem Betriebsfest in Leutkirch im Allgäu einen 24-jährigen Mann in die Luft, der seinen neun Monate alten Sohn auf dem Arm trägt. Der Mann verliert eine Niere, das Kind bricht sich das Bein.

2012 bricht "Baby" einem 12-jährigen Jungen in Burladingen im Zollernalbkreis mit dem Rüssel den Kiefer. Der Junge hatte nach Polizeiangaben während einer Tierschau die Sicherheitszone betreten. Tierschützern zufolge verletzte die Elefantenkuh bereits 2000 in Nordhessen eine Frau so schwer, dass sie ins Krankenhaus musste.

"Dass dieser Elefant gefährlich ist, war und ist bekannt", kritisiert dagegen Tobias Dornbusch. Der Diplom-Biologe befasst sich seit 20 Jahren mit Elefanten und arbeitet für die European Elephant Group, einer Organisation zum Schutz von Zoo- und Zirkus-Elefanten.

Dornbusch erstellte vor zwei Monaten für eine Behörde ein Gutachten über "Baby". Er habe eine Verhaltensneurose beobachtet, erzählt er. "Das ist ein Indikator für schlechte Haltung." Zum tragischen Fall in Buchen sagt er: "Das größere Wunder ist nicht, dass es einen Toten gab, sondern, dass es erst einen Toten gab und nicht noch viel mehr." "Baby" soll jetzt in einem Tierpark ein neues Zuhause finden.
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