Endliche Azubi - Welche Rechte und Pflichten mit dem Arbeitsverhältnis zusammenhängen
Einfach nur abhängen ist nicht

Vor allem bei minderjährigen Auszubildenden sollten die Erziehungsberechtigten darauf achten, dass der Ausbildende seiner Erziehungspflicht im Rahmen der Ausbildung gerecht wird. Das ist sogar gesetzlich festgelegt. Der Ausbildende hat dafür Sorge zu tragen, dass die Azubis charakterlich gefördert sowie sittlich und körperlich nicht gefährdet werden (§ 14 Abs. 1 Nr. 5 BBiG). Selbstredend sind auch und gerade bei Auszubildenden die einschlägigen Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften zu beachten.

Von Auszubildenden dürfen ausbildungsfremde Arbeiten grundsätzlich nicht verlangt werden. Das heißt natürlich nicht, dass der Azubi nicht verpflichtet ist, seinen Arbeitsplatz sauber zu halten. Aber solche Tätigkeiten müssen in einem angemessenen Verhältnis zu den berufsspezifischen Tätigkeiten stehen. Keinesfalls darf das dazu führen, dass der Arbeitgeber eine Reinigungskraft einspart (vgl. OLG Frankfurt 30.03.81, EzB § 99 BBiG Nr. 1).

Immer schön rücksichtsvoll

Der Ausbildungspflicht des Ausbildenden entspricht die Pflicht des Azubis, sich zu bemühen, die zur Erreichung des Ausbildungsziels erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben (§ 13 Satz 1 BBiG). Dementsprechend hat der Azubi an den Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen und die ihm im Rahmen der Ausbildung aufgetragenen Verrichtungen sorgfältig auszuführen. Er hat die in der Ausbildungsstätte geltende Ordnung zu beachten und die Werkzeuge, Maschinen und sonstigen Arbeitsmittel pfleglich zu behandeln.

Auszubildende haben einen Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung (§ 17 BBiG). Zur Frage, was angemessen ist, sagt das Gesetz allerdings nichts. Ein wichtiger Anhaltspunkt sind die in den maßgebenden Tarifverträgen regelmäßig festgesetzten Ausbildungsvergütungen. Die Parteien des Ausbildungsvertrags können durchaus darüber hinausgehen - darunter aber nur, wenn im Betrieb keine Tarifbindung besteht.

Die Ausbildungsvergütung ist in bestimmten Fällen fortzuzahlen (§ 19 BBiG). Die wichtigsten Fälle sind die Fortzahlung bei Krankheit und bei Urlaub. Die Fortzahlung der Vergütung bei Krankheit ergibt sich aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz, beim Urlaub für minderjährige Auszubildende aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 19) und für volljährige Auszubildende aus dem Bundesurlaubsgesetz (§ 3), meistens aber aus den weitergehenden einschlägigen tariflichen Bestimmungen.

Wie lange habe ich Urlaub?

Nach dem Bundesurlaubsgesetz besteht ein Mindestanspruch von 24 Werktagen. Für jugendliche Auszubildende besteht ein Mindesturlaubsanspruch nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 19), gestaffelt nach dem Alter; beispielsweise für einen am Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18-jährigen Auszubildenden von mindestens 30 Werktagen.
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