Energieriese gliedert Großkraftwerke aus und konzentriert sich auf Öko-Strom - Grüne ...
Radikalkur: Eon fährt künftig zweigleisig

Wo liegt die Zukunft der Energieversorger? Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen vor der Konzernzentrale in Düsseldorf. Bild: dpa
Deutschlands größter Energieversorger Eon will nach milliardenschweren Gewinneinbrüchen durch die Energiewende mit einer Radikalkur sein Überleben sichern. Der hoch verschuldete Düsseldorfer Dax-Konzern will seine Firmenstruktur komplett umwerfen und sich auf Erneuerbare Energien, Energienetze und intelligente Kundensysteme konzentrieren.

Das kaum mehr gewinnbringende Hauptgeschäft mit Atom, Kohle und Gas soll an ein neu zu gründendes börsennotiertes Unternehmen abgegeben werden, wie Firmenchef Johannes Teyssen am Montag in Düsseldorf ankündigte. Bis 2016 soll die Umstellung vollzogen sein. An der Börse kamen die Pläne gut an, doch es gibt auch warnende Stimmen.

Ein Arbeitsplatzabbau solle mit dem Schritt nicht verbunden sein, betonte Teyssen. Die künftige Eon-Gesellschaft für die Stromerzeugung mit Atomkraft, Kohle und Gas und mit etwa 20 000 Beschäftigten hat nach seiner Überzeugung gute Aussichten am Markt. "Es ist noch nicht gesagt, wer in fünf Jahren der erfolgreichere ist - Eon oder die neue Gesellschaft", sagte er. Die neue Gesellschaft starte ohne Kapitalmarktschulden und mit den kompletten Atomrückstellungen des Konzerns in Höhe von rund 14,5 Milliarden Euro. Der restliche Eon-Konzern behalte rund 40 000 Mitarbeiter.

Großkraftwerke würden noch für eine lange Zeit als Rückgrat der Energieversorgung gebraucht, betonte Teyssen. Deshalb werde das ausgegliederte Geschäft eine starke Zukunft haben. Allerdings unterscheide sich das klassische Geschäftsmodell immer stärker von den Anforderungen der neuen Energiewelt. Es sei schwerer, beides unter einem Dach zu vereinen.

Die Grünen warnten vor erheblichen Risiken für die Steuerzahler. "Ich befürchte, dass Eon eine Bad Bank für seine sieben Atomkraftwerke schafft, die von den Steuerzahlern gerettet werden muss", sagte die Energie-Expertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaft (DIW) sprach von einem "Befreiungsschlag für den Konzern". Eon schiebt einen Schuldenberg von 31 Milliarden Euro vor sich her. (Kommentar und Seite 17)
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