Enigma-Funksprüche

Die wichtigsten Bestandteile einer Enigma sind die Tastatur, darüber das Lampenfeld. An den vier Rädern darüber ließen die Walzen einstellen. An der Frontseite ein Steckerfeld. Bild: dpa

Im Jahr 2005 gelang es den Kryptologen Geoff Sullivan und Frode Weierud vom CERN (der europäische Organisation für Kernforschung) in Genf, 320 Funksprüche zu knacken. Wie sich herausstellte, stammten diese Funksprüche aus der Funkstation des KZ Flossenbürg. Die meisten betrafen die Kommunikation mit Oranienburg, wo die Inspektion der Konzentrationslager saß.

Bei einem Funkspruch handelt es sich um den Exekutionsbefehl für die drei französische Widerstandskämpferinnen Simone Michel-Lévy , Hélène Lignier and Noémie Suchet eingegangen am 5.4.1945 aus Oranienburg, unterzeichnet von SS-Gruppenführer Richard Glücks . Im Gegenzug meldete Flossenbürg Vollzug: "Die Kommandantur KL Flossenbürg meldet den Vollzug des dortigen Funktelegramms. Kögel ."

Die Funkstelle des KZ Flossenbürg meldete auch den Tod der letzten prominenten Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944. In einem Scheinprozess in der Nacht zum 9. April 1945 in Flossenbürg waren Wilhelm Canaris, General Hans Oster, Dr. Karl Sack, Ludwig Gehre und Dietrich Bonhoeffer zum Tode verurteilt und am Morgen im Hof des Konzentrationslagers gehängt worden. Am späten Nachmittag ließ Ankläger Walter Huppenkothen aus der Funkstelle folgenden Bericht an Heinrich Müller , Chef der Gestapo, melden: "Auftrag befehlsgemäß erledigt. Bestätigung nicht erforderlich."
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