Entsorgungsplan geht von Verdoppelung auf 600 000 Kubikmeter aus - Erweiterung des Endlagers ...
Weit mehr Atommüll als gedacht

Deutschland muss wahrscheinlich deutlich mehr Atommüll entsorgen als bisher öffentlich bekannt. Die Menge der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle könnte sich auf bis zu 600 000 Kubikmeter verdoppeln, wie aus dem Entwurf eines nationalen Entsorgungsplans hervor geht. Dieser wird derzeit zwischen Bundesregierung und Ländern abgestimmt. Das für diese Abfälle geplante Endlager Schacht Konrad in Salzgitter ist bisher aber nur für 303 000 Kubikmeter genehmigt. Es soll nach jahrelangen Verzögerungen bis 2022 in Betrieb gehen.

Hauptgrund für das Anwachsen sind 200 000 Kubikmeter an kontaminiertem Material, das - falls überhaupt möglich - aus dem maroden früheren Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel geborgen werden soll. Hierfür könnte ein weiteres Endlager notwendig werden. Eine Sprecherin von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) betonte, die Zahlen seien längst bekannt. Allerdings werden sie nun erstmals in dem Entsorgungsplan zusammengeführt, mit dem EU-Vorgaben erfüllt werden.

Bei den Abfällen zählt der Bund zudem auch Abfälle aus der Urananreicherungsanlage in Gronau als Atommüll mit. In dem Entsorgungsplan wird mit bis zu 100 000 Kubikmetern Atommüll aus der Urananreicherung gerechnet. "Eine Erweiterung des Endlagers Konrad für diese möglichen Abfälle wird nicht ausgeschlossen", heißt es im Entwurf mit Blick auf diese Abfälle. Zusammen mit den 200 000 Kubikmetern Asse-Müll ergibt sich die genannte Erhöhung der Menge.(Kommentar)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.