Erdverkabelung

Die Koalitionsspitzen haben vereinbart, die Gleichstromtrasse "Südost" vorrangig als Erdkabel zu verlegen. Allerdings hat auch die Erdverkabelung ihre Tücken. Laut Bundesnetzagentur ist diese, abhängig von den tektonischen Begebenheiten im Trassenverlauf, zwei- bis dreimal teurer. Zum anderen gilt es, technische Probleme zu meistern und ökologische Folgen zu beachten. Weder das eine noch das andere ist bei den Fernleitungsnetzen im Höchstspannungsbereich jenseits der 380 Kilovolt umfassend erforscht.

Hauptschwierigkeit ist demnach die Wärmeentwicklung. Bei jedem Stromtransport entstehen Verluste, die die Leitung in Form von Wärme abgibt. Bei Freileitungen wird diese einfach von der Umgebungsluft aufgenommen, von der Erde umschlossen heizen sich die Kabel auf. Ohne Kühlung begrenzt dies den Stromfluss und damit die Übertragungsleistung. Bei Gleichstrom sind diese negativen Effekte allerdings geringer als bei Wechselstrom.

Die Trassenführung unter der Erde ist aber auch nicht unsichtbar. Denn wie konventionellen Stromleitungen hinterlässt auch die Erdverkabelung in Waldstücken eine bleibende Schneise. Schließlich muss die unterirdische Trasse für eventuelle Reparaturarbeiten von Baumbewuchs frei gehalten werden. Reparaturen am Erdkabel sind teurer als an Freileitungen, weil dafür mit schwerem Gerät angerückt werden muss. (jum)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.