Ermittler wollen international kooperieren und Daten austauschen
Polizei startet Projekt gegen Wohnungseinbrüche

Ermittler aus Deutschland, Österreich, Bulgarien, Rumänien und Serbien wollen künftig kooperieren und gemeinsam gegen Wohnungseinbrüche vorgehen. Diese sind stark angestiegen. (Bild: dpa)
München. (dpa) Immer öfter schlagen Einbrecherbanden in Bayern zu. Sie hinterlassen meist verwüstete Wohnungen und schockierte Opfer. Gemeinsam will nun die Polizei aus Deutschland, Österreich, Bulgarien, Rumänien und Serbien gegen die Täter vorgehen.

Die Zahlen sind alarmierend: Im Jahr 2014 sind in Bayern 8210 Einbrüche begangen worden - die Hälfte mehr als noch zwei Jahre zuvor. Immer häufiger stecken international agierende Banden dahinter. Um ihnen das Handwerk zu legen haben sich nun internationale Ermittler zusammengetan.

Expertennetzwerk und Datenaustausch

Entwickelt wurde das «Danube Property Crime Project» von der bayerischen Polizei. Ein gemeinsames Expertennetzwerk und regelmäßiger Datenaustausch soll die Ermittlungsarbeit erleichtern und verbessern, wie Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Donnerstag in München sagte. Die Reisewege der Täter und der Absatz des Diebesgutes könnten so nachvollzogen werden. Doch die Polizei will Einbrüche nicht nur aufklären, sondern vor allem auch verhindern.

Hierbei setzen die Ermittler besonders auf die Unterstützung durch die Bürger. Durch einen Hinweis eines Zeugen konnte die Polizei im vergangenen Jahr eine Einbrecherbande fassen und ihr schließlich mehr als 200 Einbrüche im Raum München und Ingolstadt zuordnen. Die Täter - zwei Serben, ein Kroate und eine Deutsche - erbeuteten Schmuck, Uhren und Bargeld im Wert von rund 2,4 Millionen Euro.

Irrglaube: "Bei uns ist nichts zu holen"

Für die Opfer sei der psychische Schaden meist größer als der materielle, sagte der Polizeipräsident. Schließlich wollten sich Menschen in ihren eigenen vier Wänden sicher fühlen. Opfer könne jeder werden - nicht nur Villenbesitzer. In jeder noch so einfachen, kleinen Wohnung fänden Einbrecher etwas, das sie zu Geld machen könnten. Der Satz «Bei uns ist ja nichts zu holen» sei ein Irrglaube.

Wenn Wohnungseinbruch zur schwere Straftat hochgestuft würde, dann könnte auch die Telekommunikation der Täter überwacht werden. Das sei bisher nur bei Bandendiebstahl möglich, sagte Schmidbauer. Meist lasse sich aber erst durch Telefonüberwachung nachweisen, dass ein Einbruch von einer Bande verübt worden sei.

Mehr Informationen zum Thema Einbrüche in der Region finden Sie im oben rechts verlinkten Artikel.
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