Erste Ebola-Infektion in Europa

200 Pflegekräfte forderten den Rücktritt von Gesundheitsministerin Ana Mato. Sie meinen, Spanien hätte keine Ebola-Kranken nach Madrid einfliegen dürfen, weil das Land auf die Behandlung der Krankheit nicht vorbereitet sei. Bild: dpa

Die Infektion einer Pflegehelferin mit dem Ebola-Virus überrascht die Mediziner in Spanien. Niemand weiß, wie es dazu kam. Nun wird eiligst daran gearbeitet, eine weitere Ausbreitung der gefährlichen Krankheit zu verhindern.

Nach der ersten Ebola-Infektion innerhalb Europas schließen die spanischen Gesundheitsbehörden weitere Fälle nicht aus. Neben einer erkrankten Madrider Pflegehelferin wurden vorsorglich drei weitere Menschen in die Quarantäne-Station in die Quarantäne-Station der Carlos-III-Klinik in Madrid verlegt. Weitere rund 50 Personen aus dem Umfeld der Frau werden medizinisch überwacht. Bei den drei weiteren Personen in Quarantäne handele es sich um den Ehemann und eine Kollegin der Pflegehelferin sowie um einen Spanier, der von einer Nigeria-Reise zurückgekehrt sei, teilte die Klinikverwaltung am Dienstag mit. Bei ihnen sei bislang keine Ebola-Infektion festgestellt worden. Die infizierte Frau erhält das Blutserum eines Spenders.

Dieser hatte Ebola überwunden und Antikörper entwickelt. Bislang hatten Experten eine Infektion angesichts der Sicherheitsvorehrungen in Ländern wie Spanien oder auch Deutschland stets als äußerst unwahrscheinlich eingeschätzt.

Risiko eigentlich gering

"Die Wahrscheinlichkeit weiterer Infektionen ist gering, aber sie existiert", sagte Fernando Simón, Chef der Notfallzentrale des Gesundheitsministeriums. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, die Ruhe zu bewahren. Die Pflegehelferin hatte sich das Virus in Madrid bei der Behandlung des Geistlichen Manuel García Viejo zugezogen, der sich in Sierra Leona infiziert hatte. Der Geistliche war mit einem Flugzeug der spanischen Luftwaffe ausgeflogen worden und am 25. September gestorben. Wie es genau zu der Infektion kam, war zunächst nicht bekannt. Die Frau habe versichert, sich stets an die Quarantäne-Vorschriften gehalten zu haben, teilte das Ministerium mit.

Die EU richtet eine Luftbrücke in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Staaten in Westafrika ein. Mit rund einer Million Euro sollten Flüge mit Hilfsgütern nach Sierra Leone, Liberia und Guinea finanziert werden, kündigte die EU-Kommission an. Mit weiteren drei Millionen Euro will die EU ein System aufbauen, mit dessen Hilfe im Notfall infizierte internationale Hilfskräfte in weniger als 48 Stunden in europäische Krankenhäuser gebracht werden können.
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