Erste Hinweise auf die Täter

An der Explosionsstelle vor dem Erawan-Schrein in Bangkok haben Passanten Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt. Bild: dpa

Kurz vor dem Bombenanschlag in Bangkok wurde am Tatort ein Verdächtiger gefilmt. Die Fahndung läuft auf Hochtouren, als ein weiterer Sprengsatz in der Millionenstadt explodiert.

Nach den beiden Bombenanschlägen in Thailands Hauptstadt Bangkok gehen die Ermittler von einem Zusammenhang zwischen den Attentaten aus. Untersuchungen darauf hin, dass die Sprengsätze von denselben Tätern hergestellt worden seien, sagte Polizeichef Somyot Pumpunmuang am Dienstag laut der Zeitung "Bangkok Post". Ein zweiter Sprengsatz war am Dienstag in einem Fluss detoniert, ohne dass jemand zu Schaden kam.

In beiden Sprengkörpern wurden laut Polizei Spuren von TNT gefunden, das mit einem Zeitzünder versehen in ein Rohr gestopft worden war. Somyot geht davon aus, dass mehr als eine Person für die Taten verantwortlich ist, und dass sowohl Thailänder als auch Ausländer beteiligt waren. Er bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge, dass am Flughafen Suvarnabhumi kurzzeitig ein Ausländer von der Polizei festgehalten wurde, der einem jungen Mann ähnelt, der auf Bildern aus einer Überwachungskamera in der Nähe des ersten Anschlagsorts zu sehen war. Seine Identität werde jetzt geprüft, hieß es.

Verantwortlich seien "Einzelpersonen oder Gruppen, die die Absicht haben, Thailand zu schaden", sagte Regierungschef Prayuth Chan-ocha in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. "Sie wollen unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören." In Bangkok seien 1160 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz, sagte Prayuth. Er hatte als Armeechef im Mai 2014 die gewählte Regierung gestürzt. Vorausgegangen waren wochenlange politische Querelen.

Keine Reisewarnung

Nach dem Anschlag sind Touristen verunsichert: Sollen sie jetzt ihre Thailand-Reise absagen? Rechtlich sieht es für kostenlose Stornierungen eher schwierig aus, erklärt Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Er sieht keinen Hinweis darauf, dass Gästen nun wegen höherer Gewalt ein Kündigungsgrund zugestanden werde. Auch zuvor habe es in Thailand bereits Anschläge gegeben. In einem politisch eher instabilen Land Urlaub zu machen, sei mit einem "gewissen Risiko" behaftet. Auch das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung ausgesprochen. Die großen deutschen Reiseveranstalter planen vorerst keine größeren Programmänderungen.
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