Erster Heimatbericht: Die Oberpfalz holt auf

Die Grenzregion ist schon lange nicht mehr Bayerns Armenhaus. Die Aufholjagd läuft, wie der erste Heimatbericht des Finanzministers zeigt. Am Bevölkerungsschwund hat sich aber noch nichts geändert. Mehr Zuzug soll das Problem lösen.

Die Schere zwischen den ländlichen Regionen und den Ballungsräumen in Bayern wird kleiner. Diesen Schluss zog Finanzminister Markus aus den Daten des erstmals von ihm vorgelegten Heimatberichts. "Der ländliche Raum holt auf", sagte Söder. Dies gelte auch für die speziell geförderten Regionen mit besonderem Handlungsbedarf, zu denen unter anderem die nördliche Oberpfalz und fast ganz Oberfranken gehören. Selbst dort habe sich die Wirtschaft seit dem Jahr 2006 dynamischer entwickelt als in den Verdichtungsräumen um die großen Städte. Nach den von Söder vorgelegten Zahlen ist das Bruttoinlandsprodukt im ländlichen Raum seit 2006 um 22 Prozent gestiegen, in den Verdichtungsräumen nur um 17,9 Prozent.

Spitzenreiter sei die Oberpfalz mit plus 23,4 Prozent gewesen, in Oberfranken habe das Wachstum bei immerhin 19,2 Prozent gelegen. Auch beim Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und beim Rückgang der Arbeitslosigkeit habe der ländliche Raum besser abgeschlossen als der Verdichtungsraum, teilte Söder mit.

Schnelles Internet bis 2017

Größte Herausforderung auf dem Land bleibe die demografische Entwicklung, erklärte Söder. Zwar gebe es in allen bayerischen Bezirken mehr Zu- als Abwanderung. In 20 Landkreisen, die meisten davon in Oberfranken und der Oberpfalz, sorge aber die deutlich über der Geburtenrate liegende Zahl der Sterbefälle für sinkende Einwohnerzahlen. Da der Staat keinen direkten Einfluss auf die Geburtenrate nehmen könne, kündigte Söder weitere staatliche Maßnahmen zur Förderung des Zuzugs in diese Regionen an. Als wichtigen Baustein nannte er den Ausbau schneller Internetverbindungen. Er gehe davon aus, dass bereits 2017 alle Orte in Bayern über einen leistungsfähigen Breitbandanschluss verfügen.

Als weitere Punkte nannte Söder die angekündigte Behördenverlagerung, von der in Oberfranken und der Oberpfalz vor allem Landkreise ohne Hochschuleinrichtung profitieren sollen, sowie die stärkere Unterstützung besonders finanzschwacher Kommunen und den Ausbau der Wissenschaftsinfrastruktur. "Wir sind besser, als manchmal gesagt wird, aber wir sind noch nicht so weit, wie wir sein wollen", sagte Söder über die Arbeit des ihm unterstehenden, vor gut einem Jahr eingerichteten Heimatministeriums. (Seite 3)
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