Erstmals Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen katholischen deutschen Bischof
Perverse Vorlieben

Der verstorbene Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) wird des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Ein Mann erhebt den Vorwurf, Ende der 50er Jahre bis Anfang der 60er Jahre von dem Geistlichen missbraucht worden zu sein. Das berichtete das Bistum Hildesheim am Freitag.

Laut dem Magazin "Der Spiegel" gab der Betroffene an, dass der Bischof ihn ab dem Alter von zehn Jahren regelmäßig durch Masturbation, Oral- und Analverkehr missbraucht habe. Die Diözese halte die Schilderungen für "plausibel" und habe den Antrag des Mannes auf Anerkennung des Leids an die Deutsche Bischofskonferenz weitergeleitet.

Auf Empfehlung der zuständigen Zentralen Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz sei vom Bistum eine Anerkennungszahlung geleistet worden. Der Betroffene kritisiere die ihm gewährte Summe als "billige Ablasszahlung" und verlange die Entfernung der sterblichen Überreste Janssens aus der Bischofsgruft im Hildesheimer Dom. Der Mann habe daraufhin weitere Geldforderungen gestellt, denen das Bistum aber nicht entsprochen hat.

Der amtierende Bischof Norbert Trelle zeigte sich bestürzt. Der Vorgang sei bereits im Frühjahr 2015 an das Bistum Hildesheim herangetragen worden. Der Mann habe den Wunsch geäußert, den Missbrauch strikt vertraulich zu behandeln. Dem sei das Bistum aus Gründen des Opferschutzes zunächst gefolgt. Wegen einer Presse-Anfrage zu den erhobenen Vorwürfen sehe sich das Bistum nun jedoch in der Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren.
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