«Es war in moralischer Hinsicht ein Fehler von mir»
Regener Landrat entschuldigt sich für Sex-Affäre

Der Regener Landrat Michael Adam (SPD) hat sich für eine Sex-Affäre entschuldigt. Bild: dpa
Der Landrat Michael Adam aus dem Bayerischen Wald hat schon häufiger Schlagzeilen gemacht. Zuletzt, weil er als SPD-Politiker bei der Bundestagswahl für die CSU gestimmt hat. Jetzt sieht er sich Kritik an seiner Lebensführung ausgesetzt - und geht in die Offensive.

Regen. (dpa/lby) Der Regener Landrat Michael Adam (SPD) hat sich öffentlich für eine Sex-Affäre entschuldigt. «Ja, es ist richtig, dass ich eine Affäre mit einem jungen Mann hatte und es ist auch richtig, dass es auch in meinem Büro zu Begegnungen kam. Beides bedauere ich sehr», teilte Adam am Sonntag mit. «Es war in moralischer Hinsicht ein Fehler von mir, dass ich private Treffen in meinem Büro abgehalten habe. Rechtlich zu beanstanden ist dies in
keinster Weise.»

Die «Bild am Sonntag» hatte zuvor berichtet, Adam, der 2012 eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen war, habe seinen Dienstsitz für heimliche Sex-Treffen mit einem anderen Mann genutzt. Dabei habe er die Droge «Poppers» konsumiert, deren Handel in Deutschland verboten sei.

«Hier möchte ich feststellen, dass ich noch nie Drogen konsumiert habe», betonte Adam in seiner schriftlichen Erklärung. «Ich bedauere es, dass ich meinen Lebenspartner in so eine belastende Situation gebracht habe und möchte mich jetzt auch öffentlich bei ihm entschuldigen.» Seinen Amtsgeschäften sei er immer nachgekommen, aber: «Ich bedauere mein Fehlverhalten und ich werde aus den Vorfällen lernen und in meiner persönlichen Lebensführung Konsequenzen ziehen.»

Ein Sprecher des Landratsamtes erklärte am Sonntag auf Anfrage, dass Adams Privatleben schon seit längerem im Fokus der Öffentlichkeit stehe. «Die Häufung derartiger Fälle, zu denen Herr Landrat Adam in den letzten Jahren Stellung nehmen musste, stellt für ihn eine zunehmende psychische Belastung dar.»

Adam galt lange als Hoffnungsträger der darbenden Bayern-SPD, nachdem er 2008 überraschend zum Bürgermeister der Bayerwald-Gemeinde Bodenmais gewählt worden war. Er lebte schon damals offen homosexuell. 2011 gewann er die Landratswahlen im Kreis Regen. Für Schlagzeilen sorgte er vor der bayerischen Landtagswahl, als er den bayerischen SPD-Chef Florian Pronold kritisierte, und nach der Bundestagswahl, als er zugab, mit der Zweitstimme CSU gewählt zu haben.
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