EU will Ländern der Balkanroute helfen

In der Flüchtlingskrise weisen sich Europas Staaten gegenseitig die Schuld zu. Beim Sondertreffen wegen des Chaos auf der Balkanroute war die Atmosphäre am Sonntag in Brüssel angespannt. "Jeder ist versucht zu sagen, jemand anders ist Schuld", sagte ein Diplomat am Rande der Gespräche von zehn EU-Ländern sowie Mazedonien, Serbien und Albanien. "Das müssen wir stoppen." Druck gab es auf Griechenland. Einige Regierungschefs warfen Ministerpräsident Alexis Tsipras vor, zu wenig für den Schutz der EU-Außengrenzen zu tun.

Die EU plant nach einem Entwurf für die Abschlusserklärung, innerhalb einer Woche mehr als 400 Grenzschützer in Slowenien und auf dem Balkan einzusetzen. Außerdem soll die EU-Grenzschutzagentur Frontex in einer neuen Mission die Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien sowie Albanien besser absichern.

Auf dem Tisch lag ein 16-Punkte-Plan von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur besseren Zusammenarbeit entlang der Route über den westlichen Balkan. Der Weitertransport der Migranten zur nächsten Landesgrenze soll aufhören, wenn es dafür keine Genehmigung des Ankunftsstaates gibt. "Eine Politik des Durchwinkens von Flüchtlingen in ein Nachbarland ist nicht akzeptabel", heißt es.
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