Europaweit Platz 8: Deutschland bei Arbeitskosten deutlich hinter Dänemark, Frankreich oder ...
Immer noch ein "billiges" Hochlohnland

(epd/dpa) Arbeit ist in Deutschland immer noch günstiger als in anderen EU-Hochlohnländern. Im vergangenen Jahr habe eine Arbeitsstunde 31,30 Euro gekostet, teilte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Berlin mit. Damit nimmt die Bundesrepublik Platz acht ein und liegt unverändert im europäischen Mittelfeld. IMK-Direktor Gustav Horn forderte um deutlich mehr als drei Prozent höhere Löhne, nicht zuletzt, um damit die Konjunktur in den EU-Krisenländern anzukurbeln.

Höhere Arbeitskosten als in Deutschland verzeichneten wichtige Handelspartner wie die Niederlande, Frankreich, Belgien und Schweden. Spitzenreiter war laut der Untersuchung Dänemark mit 41,40 pro Stunde. Für die EU-Krisenländer Irland, Italien, Spanien, Griechenland und Portugal errechneten die Experten Kosten zwischen 12,80 und 28,20 Euro. Schlusslicht sei Bulgarien mit 3,70 Euro pro Stunde gewesen. In Deutschland stiegen die Arbeitskosten nach einem starken Plus in den Jahren 2011 und 2012 wieder weniger deutlich. 2013 gab es der Untersuchung zufolge einen Zuwachs von lediglich 1,4 Prozent.

Deutliche Unterschiede sehen die Wissenschaftler bei den Arbeitskosten zwischen Industrie und Dienstleistungen. Während eine Arbeitsstunde im verarbeitenden Gewerbe 36,20 Euro kostete, waren es im privaten Dienstleistungssektor 28,70 Euro. In keinem anderen EU-Land sei die Kluft so groß gewesen, unterstrich Horn. Er sprach von einem "gespaltenen Arbeitsmarkt". Die Industrie profitiere davon, weil sie Vorleistungen günstig einkaufe und so Kosten von acht bis zehn Prozent einspare.
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