Experte: Spekulationen aus dem "Reich der Mythen" - Auch Stromausfall kein Grund
Kein Babyboom nach WM-Titel

Einen Babyboom nach der Fußball-WM können Demographie-Experten nicht bestätigen. Bild: dpa
Neun Monate nach dem Finale der Fußball-WM und dem vierten Titelgewinn werden in Deutschland keine ungewöhnlich hohen Geburtenzahlen registriert. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Standesämtern und Kliniken. Die Entbindungszahlen im März und April 2015 waren ähnlich hoch wie in den Vorjahresmonaten.

"Fußball-Babys, gezeugt im Hochgefühl der WM-Wochen, sind zwar eine schöne Vorstellung, dazu hätten aber die meisten Mütter bewusst die Pille absetzen müssen", sagt Professor Ralf Ulrich, der an der Universität Bielefeld das Institut für Bevölkerungs- und Gesundheitsforschung leitet. Für den Demografie-Experten sind derartige Theorien verfehlt.

Ebenso werden bei Stromausfällen oft steigende Geburtenzahlen unterstellt - wie in New York 1965. "Der Geburtenanstieg neun Monate später wurde lange mit diesem Stromausfall verknüpft. Der Demograf Richard Udry konnte diesen Zusammenhang allerdings ins Reich der Mythen verweisen", erklärt Ulrich.
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