Experten erwarten Anstieg - US-Armee betreibt Quarantäne-Station in Baumholder
Mehr Ebola-Verdachtsfälle

Ein Ebola-Krankentransport zur Isolierstation der Uniklinik in Frankfurt am Main. Solche Szenen wird es in Deutschland noch häufiger geben. Das meinen zumindest Experten. Bild: dpa
(paa/dpa) Experten rechnen in den nächsten Monaten mit einer steigenden Zahl von Ebola-Verdachtsfällen in Deutschland. Zum einen kämen deutsche Helfer aus Westafrika zurück, zum anderen beginne die Grippesaison, sagte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, dürften aber Einzelfälle bleiben.

In Deutschland stationierte US-Soldaten, die von einen Einsatz in Ebola-Gebieten in Westafrika zurückkehren, müssen zunächst für 21 Tage in eine Quarantänestation in der amerikanischen Garnison Baumholder (Rheinland-Pfalz). Die Männer und Frauen werden nach ihrer Ankunft auf dem US-Militärflughafen Ramstein untersucht. Soldaten mit Symptomen werden ins benachbarte Militärkrankenhaus Landstuhl gebracht. Die übrigen müssen nach Baumholder, wo es Platz für bis zu 200 Soldaten gibt.

"Ziel dieser Prozedur ist es, sicherzustellen, dass aus Afrika zurückkehrende Angehörige der Streitkräfte sicher in die Gemeinden in Deutschland integriert werden können, ohne Gefahr zu laufen, dass sie ihre Familien und Freunde dem Ebola-Virus auszusetzen", sagte Oberst R. Scott Dingle, Kommandeur der 30. US-Sanitätsbrigade. Neben Baumholder betreibt die US-Armee im italienischen Vicenza eine zweite Quarantänestation in Europa. In den USA gibt es fünf Einrichtungen.

Eine Ausbreitung in Deutschland sei praktisch ausgeschlossen, sagt Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts. Ebola sei nicht über die Luft übertragbar, außerdem seien Patienten während der Inkubationszeit nicht ansteckend.

Ungeachtet dessen haben Forscher des Hamburger Universitätsklinikums am Montag mit der Erprobung eines Impfstoffes gegen Ebola begonnen. Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO gelieferte Impfstoff solle in den nächsten sechs Monaten an zunächst 30 Freiwilligen getestet werden, teilte das Klinikum mit. Tests an Tieren seien erfolgreich verlaufen.
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