Fahnder schlagen Alarm: Immer mehr Schleusungen
Bundespolizei am Rande des Kollaps'

Die für 650 Kilometer Grenze zuständige Bundespolizei in Rosenheim hat im vergangenen Jahr 9400 Flüchtlinge aufgegriffen - mehr als doppelt so viele wie 2013. Die meisten von ihnen kamen aus Syrien, Eritrea, Kosovo, Somalia und Afghanistan. "Wir sind an einem Punkt angelangt, wo es nicht mehr weitergehen kann", sagte der Leiter der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, Reinhard Tomm, am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen.

Es fehle an Beamten, aber auch an Logistik und Dolmetschern, um alle Fälle abarbeiten zu können. "Die Grenze ist erreicht", so Tomm. Vor allem von August 2014 an sei der Anstieg der Flüchtlingszahlen kaum noch zu bewältigen gewesen. Alle in Zügen oder Autos, Wohnmobilen und Kleinlastern aufgegriffenen Asylbewerber müssen medizinisch betreut, erkennungsdienstlich behandelt, vernommen und durchsucht werden, ehe sie in Erstaufnahmeeinrichtungen kommen. Vor allem der bürokratische Aufwand der Registrierung bringt die Beamten an ihre Kapazitätsgrenzen. Anfang März bekommt die Inspektion 50 neue Leute.

Allerdings rechnet die Behörde auch für 2015 mit ähnlich hohen Zahlen von Flüchtlingen, die ohne gültige Papiere über die Grenze nach Deutschland kommen. Ende 2014 ging die Zahl der afrikanischen Asylbewerber zurück, dafür kamen deutlich mehr Flüchtlinge aus dem Kosovo. Bayern hat damit begonnen, abgelehnte Asylbewerber aus dem Balkanland beschleunigt in ihre Heimat abzuschieben. Die Staatsregierung sieht in dem Exodus aus dem Kosovo einen Missbrauch des Asylrechts. Im zweiten Halbjahr 2014 verzeichneten die Polizeibeamten bei der Einreise von Flüchtlingen eine deutliche Verlagerung von der Straße auf die Schiene.
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