Familie des 14-jährigen Autisten dankt all den vielen Helfern
Fredericks Marsch durch Wald

Frederick (auf dem Foto im Herzrahmen) hat den sechsstündigen Marsch durch den Wald gut überstanden und ist mittlerweile wieder gesund und munter in seiner Wohngruppe in der Nähe von Coburg. Mutter Liza Götz (Mitte), Bruder Kyle (Zweiter von links) sowie die Großeltern Gisela (links) und Zia Chisty (rechts) und Oma Gabi Römisch (Zweite von rechts) sind heilfroh, dass Frederick gefunden wurden. Bild: mic
Floß. (mic) Stundenlang hat Liza Götz am Samstagabend um Frederick gebangt. Ein Stein fällt ihr vom Herzen, als sie ihren 14-jährigen autistischen Sohn wieder in die Arme schließen kann. "Wir können all den vielen Helfern gar nicht genug danken", sagt sie. "Das war einmalig, so viele haben bei der Suche mitgeholfen."

Warum Frederick am späten Samstagnachmittag in den Wald läuft und einfach losmarschiert, kann sich die Mutter nicht erklären. Wie an schon so vielen Wochenende vorher nahmen die Großeltern Gabi Römisch und Günter Völkl ihren Enkel zum Schlittenfahren mit. Für Skifahrer reichte Schnee am Samstag am Wurmstein nicht mehr.

"Doch Frederick mit seinem Bob hatte jede Menge Spaß", erzählt Oma Gabi. "Wir standen in der Mitte der Abfahrt und haben dort immer wieder auf ihn gewartet." Mehrmals zog Frederick seinen Bob nach oben und rutschte dann herunter. Als die Großeltern beobachteten, wie er im Wald verschwand, vermuteten sie zunächst, dass der Bub auf der Familienabfahrt rodeln wollte. "Aber er kam nicht", erinnert sich die Großmutter. "Wir sind sofort oben gelaufen, haben zwar seine Spuren gesehen, doch Frederick war weg." Um 17.15 Uhr alarmierten sie den Notruf. "Wir wussten, alleine haben wir keine Chance."

Dann begann eine beispielhafte Rettungsaktion, an der sich nicht nur Polizei, Bergwacht, Rotes Kreuz, Hundestaffeln und Feuerwehren beteiligen, sondern auch sämtliche Nachbarn und Freunde. Liza Götz lobt auch ihren Sohn Kyle, der zu Hause die Stellung hielt und Telefondienst übernahm. Was Frederick auf seinem Weg durch den nächtlichen Wald erlebt hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. "Das kann er nicht erzählen", sagt die Mutter. Charakteristisch für einen Autisten.

Nach dem Check in der Weidener Kinderklinik steht fest, das dem 14-Jährigen nichts fehlt. "Um halb drei waren wir dann wieder daheim", erinnert sich Lisa Götz. Dass sie von ihrem Sohn nichts erfahren wird, ist der Mutter klar. "Aber ich wüsste gerne, wer ihn gefunden hat und ob Fredrich etwas gesagt hat."

Alle 14 Tage verbringt der Bub ein Wochenende bei seiner Familie in Plankenhammer bei Floß. Die restliche Zeit lebt er in einer Wohngruppe in der Nähe von Coburg, wo er gefördert wird und auch zur Schule geht.
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