Fasten soll Bauch und Geist reinigen- Einige Regeln beachten
Weg mit dem Ballast

Ausschweifend, gehaltvoll und vor allem kalorienreich: Im Winter wird oft im Übermaß genascht und geschlemmt. Doch manchen ist es irgendwann zu viel. Sie entscheiden sich bewusst für eine Auszeit - und fasten. Die einen tun das aus gesundheitlichen Gründen, zum Beispiel mit Heilfasten. Andere verzichten in der Fastenzeit aus eher religiösen Motiven auf Genussmittel wie Alkohol oder Schokolade. Ein Überblick:

Was ist Fasten?

"Fasten ist der bewusste und freiwillige Verzicht auf Nahrung und Alkohol über einen begrenzten Zeitraum", sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Üblicherweise dauert es zwischen fünf und zehn Tagen. Länger kann es gefährlich sein, und ohne ärztliche Begleitung sollte man es keinesfalls tun. "Fasten kann aber auch bedeuten, dass man freiwillig für eine Zeit lang lediglich bestimmte Nahrungsmittel wie etwa Süßigkeiten oder Fleisch weglässt", erklärt Allgemeinmediziner Hans-Michael.

Wer kann fasten?

"Prinzipiell kann jeder gesunde Erwachsene fasten", sagt Gahl. Wer zum ersten Mal fastet, sollte sich einer Fastengruppe anschließen, rät Gunzelmann. Der Vorteil: Die Teilnehmer unterstützen sich gegenseitig mental, falls der Wille zum Durchhalten leidet. Mühlenfeld ist aber überzeugt: "Man muss es innerlich wirklich wollen und aus Überzeugung tun, dann klappt es."

Wer sollte es bleiben lassen?

Vom Fasten absehen sollten Schwangere, Stillende sowie Kleinkinder und Heranwachsende unter 14 Jahren. "Auch diejenigen, die eine schwere Infektionskrankheit wie etwa eine Bronchitis gerade hinter sich haben, sollten tunlichst aufs Fasten verzichten", empfiehlt Gunzelmann. Wer unter einer Essstörung leidet, verzichtet ebenfalls möglichst aufs Fasten.

Sollte man vor dem Fasten seinen Hausarzt konsultieren?

Wer regelmäßig Medikamente nimmt, spricht idealerweise in jedem Fall vor dem Fasten mit seinem Hausarzt. Das gilt vor allem für jene, die unter Bluthochdruck, Diabetes oder unter bestimmten Herzkrankheiten leiden. "Bei einer Fastenkur und gleichzeitiger Einnahme von entwässernden Arzneimitteln besteht die Gefahr eines Gichtanfalls", warnt Mühlenfeld. Um die Gefahr von solchen und anderen Beschwerden zu minimieren, ist ein Gespräch mit dem Arzt vorab nicht verkehrt.

Wie wird gefastet?

"Am populärsten ist die Methode nach Buchinger", sagt Mühlenfeld. Diese Kur ist nach ihrem Erfinder Dr. Otto Buchinger benannt. Zunächst steht eine gründliche Darmreinigung mit Einläufen an. Dann wird fünf bis zehn Tage lang keine feste Nahrung zu sich genommen, es gibt nur Flüssiges. Über Gemüsebrühe bekommt der Körper wichtige Mineralstoffe, über Obstsaft Vitamine. "Wer länger als zehn Tage nach dieser Methode fastet, sollte dies unbedingt in einer Klinik tun", so Gunzelmann.

Ebenfalls bekannt ist die sogenannte Schroth-Kur. Der Name geht auf den Erfinder, Johann Schroth, zurück. Zu essen gibt es Getreidebrei mit Pflaumen und Aprikosen. Daneben steht gedünstetes Gemüse auf dem Speiseplan. Schwitzkuren mit feuchten Umschlägen sollen die Ausscheidung anregen. Die Kur besteht aus Trinktagen und Tagen, an denen es nichts Flüssiges gibt. (dpa/tmn)
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.