Faszinierende Flieger

Drei künstliche Fledermäuse hängen im Bayerischen Fledermauszentrum in Heroldsbach bei Forchheim von der Decke herab. Im Bayerischen Fledermauszentrum in Oberfranken erfahren die Besucher mehr über die Techniken der lautlosen Jäger. Bild: dpa

Fledermäuse faszinieren mit ihren spektakulären Flugkünsten und ihrer Echo-Ortung. Im Bayerischen Fledermauszentrum in Oberfranken kann man die lautlosen Jäger mit fast allen Sinnen erleben.

Eigenartige Geräusche sind zu hören: Mal knackt es, mal klickt oder klopft es - in verschiedenen Rhythmen und Tonhöhen. Je nachdem, welchen Knopf der Besucher drückt, erklingen etwa die Laute einer Breitflügelfledermaus oder eines Großen Abendseglers.

Im Fledermauszentrum in Heroldsbach bei Forchheim können Besucher hören, wie Fledermäuse klingen. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Ortungs-Laute der Tiere liegen in einem Frequenzbereich, den das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Vor allem Kindern soll die Faszination der kleinen fliegenden Säugetiere nahegebracht werden.

Denn die Fledermäuse gehören noch immer zu den bedrohten Tierarten. Im Freistaat wurden bisher 25 verschiedene Arten nachgewiesen - 22 von ihnen pflanzen sich hier auch fort, wie Matthias Hammer von der Koordinationsstelle für den Fledermausschutz in Nordbayern sagt. "Nicht nur die Tiere, sondern auch ihre Quartiere stehen unter gesetzlichem Schutz", betont Hammer.

Da die Flugkünstler nur nachts aktiv sind, sind sie vielen Menschen immer noch fremd und unheimlich. Einige reagierten gar panisch, wenn sie auf eine Fledermaus träfen, sagt Hammer. Dabei sind die Fähigkeiten der kleinen Tiere äußerst faszinierend: Mit Hilfe der Ultraschall-Echoortung können Fledermäuse in dunkelster Nacht mit rasender Geschwindigkeit durch die Lüfte kreisen und jagen, ohne irgendwo anzustoßen. Spielerisch sollen Kinder und Erwachsene etwas über die Tiere erfahren - bei kostenlosem Eintritt. Am Holzmodell eines Dorfes können Kinder die Verstecke der Tiere suchen: in Kirchdächern, hinter Fensterläden, Holzstapeln oder knorrigen alten Bäumen.

Im Schlosspark

Rund 400 000 Euro hat das 130 Quadratmeter große Gebäude in Form einer Fledermaus mit ausgebreiteten Flügeln gekostet. Es steht auf dem Gelände des Erlebnisparks Schloss Thurn. Die Idee hatte der Schlossbesitzer, Benedikt Graf Bentzel. Seit vielen Jahrzehnten lebt im Dachboden des barocken Wasserschlosses eine Fledermauskolonie mit derzeit rund 100 Tieren - abends kann man die Tiere im Park beobachten. "Ich wünsche mir, dass die Besucher die Fledermäuse genauso ins Herz schließen wie ich", sagt Bentzel.
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