FDP: Franz Josef Strauß schlechter Namenspatron
Flughafen umtaufen

Nach neuen Enthüllungen über Franz Josef Strauß (1915 bis 1988) verlangt die bayerische FDP die Umbenennung des nach der CSU-Ikone benannten Münchner Flughafens. Der frühere Ministerpräsident sei schon immer ein fragwürdiger Namenspatron für Münchens "Tor zur Welt" gewesen, erklärte Landeschef Albert Duin am Sonntag. Der Flughafen solle nicht den Namen eines "machtarroganten Gauners" tragen.

Der "Spiegel" hatte am Wochenende berichtet, Strauß habe sich jahrelang von großen deutschen Firmen bestechen lassen. So habe er zwischen 1964 und 1968 fast eine halbe Million D-Mark kassiert. Der Münchner Flughafen wurde 1992 eröffnet. Der Beiname "Franz Josef Strauß" ist zwar geläufig, wird aber in offiziellen Dokumenten der Betreibergesellschaft nicht verwendet.

Duin regte an, den Airport nach Luise Kiesselbach (1863-1929) zu benennen. Kiesselbach wurde 1909 zur ersten bayerischen Armenpflegerin ernannt und gehört nach dem Ersten Weltkrieg für die FDP-Vorgängerpartei DDP dem Münchner Stadtrat an. Sie gehört zu den Hauptvertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung ihrer Zeit. Kiesselbach sei "ein Vorbild und eine integre Persönlichkeit", erklärte der FDP-Landeschef.
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