Feier zum 115-Jährigen in Atzmannsricht am 1. Mai in Verbindung mit Florianstag und Maifest
Aus Feuerrotte wird Feuerwehr

Atzmannsricht. (ads) 115 Jahre ist es nun her, dass die Feuerwehr Atzmannsricht aus der Taufe gehoben wurde. Am 1. Mai, dem Florianstag, feiert dies die Wehr. Ebenso wird das schon traditionelle Maifest der Dorfgemeinschaft Atzmannsricht integriert.

In der Ortschaft Atzmannsricht in der Gemeinde Gebenbach wütete im Jahr 1846 ein verheerendes Großfeuer. Durch diesen Dorfbrand wurde bis auf die Kirche und zwei Wohnhäuser der ganze Ort komplett eingeäschert. Diese Katastrophe war wohl Anlass genug, über eine Hilfsgemeinschaft zur Brandbekämpfung nachzudenken.

Aus Überlieferungen ist bekannt, dass sich in den Jahren nach 1846 die Atzmannsrichter Männer zu einer sogenannten Feuerrotte zusammenschlossen, wobei jedoch die Freiwillige Feuerwehr in der Rechtsform eines Vereins erst später entstand. Am 5. August 1900 gründeten schließlich 28 Männer für den Ort Atzmannsricht den Verein "Freiwillige Feuerwehr Atzmannsricht".

Kurz darauf, am 6. September 1900, erfolgte die Aufnahme in den bayerischen Landesverband. Zwei Jahre später kaufte man aus Spenden eine Handdruckspritze und baute in der Dorfmitte ein Gerätehaus. Von da an wurde an manchen Sonntagen fleißig "exerziert". Im Zweiten Weltkrieg wurde die Atzmannsrichter Wehr mit der von Gebenbach vereinigt. Dies war notwendig, da nur noch wenige Wehrmänner zu Hause waren.

Die Rückkehr zur Selbstständigkeit beschloss man nach Kriegsende, am 28. Februar 1948. Von da ab wurde dem Feuerschutz größte Aufmerksamkeit gewidmet. Die Gemeinde beschaffte eine gebrauchte TS 6-Motorspritze. Mit viel Eigeninitiative des damaligen Kommandanten Josef Kohl erfolgte 1967 der Neubau eines Gerätehauses.

Im Jahr 1983 kaufte die Gemeinde der Wehr eine neue TS 8-Motorspritze. Die Mitglieder der aktiven Wehrmannschaft unterzogen sich ab 1962 den Leistungsprüfungen - und seit dieser Zeit legen fast jedes Jahr zwei Gruppen solche Leistungsprüfungen ab.

Neben der Gewährleistung für Feuerschutz wurde von der Wehr auch die kameradschaftliche Verbundenheit durch Ausrichten von Festen und Veranstaltungen sehr gefördert. So ist die Freiwillige Feuerwehr ein wichtiges Bindeglied der Dorfgemeinschaft.

Gewisse Höhepunkte in der Vereinsgeschichte waren wohl die Fahnenweihe im Jahre 1923 und das 50-jährige Gründungsfest, das 60-jährige Stiftungsfest, das 75-jährige Bestehen sowie das 100-jährige Bestehen der Wehr im Jahr 2000. Zu diesem Fest wurde auch der erste nordbayerische Handdruckspritzenwettbewerb von den Atzmannsrichtern ins Leben gerufen.

2005 wurde federführend unter dem bis vor kurzem tätigen Kommandanten Reinhard Kraus ein neuer Tragkraftspritzenanhänger mit technischer Beladung für eine Gruppe beschafft. 2010 konnte anlässlich des 110-jährigen Gründungsfestes die restaurierte Vereinsfahne bei einem Festgottesdienst geweiht werden.
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