Finanzausschuss einstimmig gegen Pferdesteuer
Stadt lässt die Zügel schleifen

Diese Wiese will die Stadt nicht abgrasen: Pferde bleiben in Weiden weiterhin steuerfrei. Archivbild: Hartl
Weiden. (rg) Was bringt der Stadt eine Pferdesteuer? Die Kämmerin hat mal nachgerechnet: Bei 200 Euro pro Pferd und geschätzten 60 Pferden in Weiden wären das 12.000 Euro pro Jahr. Allerdings sei der erhöhte Verwaltungsaufwand gegenzurechnen - womöglich müsse gar eine neue Planstelle geschaffen werden. Unterm Strich stehen "Zweifel an der Ergiebigkeit im Verhältnis zum Aufwand", wie Cornelia Taubmann dem Finanzausschuss erläuterte. Im Gremium wurden jedoch noch ganz andere Zweifel laut.

Zum Beispiel die von Dr. Matthias Loew (SPD). Der Genosse schätzte das Potenzial weit höher ein als die Verwaltung. 60 Pferde - "das ist doch sehr, sehr, sehr tief gegriffen". Allein in 5 großen Einmietställen würden jeweils mindestens 30 Pferde stehen, in gut 10 weiteren Ställen 5 bis 10 Tiere. "Mindestens das Dreifache" der Kämmereischätzung würde Loew also für Weiden annehmen. Auch Wolfgang Pausch (CSU) geht eher "von 200 bis 300 Pferden" aus, "die in die Steuerpflicht reinfallen könnten".

Befreit wären Tiere, die zur Ausübung eines Berufs nötig wären. Weshalb OB Kurt Seggewiß schwante, dass sich Turnierpferde dann schnell mal in "Ackergäule" verwandeln würden.

Pausch warnte vor "Wanderbewegungen": Falls Weiden nun die Steuer erhebe und Umlandgemeinden nicht, zögen sicher viele Besitzer ihre Tiere aus der Max-Reger-Stadt ab. Und auch wenn die CSU-Fraktion das Verwaltungsargument des zusätzlich nötigen Personals "durchaus amüsiert" habe und Pausch in diesem Zusammenhang sogar von "Unsinn" sprach, stand am Ende die Meinung: "Nein, wir wollen die Steuer nicht einführen." Eine Meinung, der sich sämtliche Ausschussmitglieder anschlossen.
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