Finanzausschuss will Zuschuss über 100 000 Euro genehmigen
Schätzlerbad: Rettungsring für den Schwimmverein

Das Schätzlerbad kann auf eine finanzielle Spritze hoffen. (Bild: Michael Ascherl)
Weiden. (wd) Finanziell steht der Stadt selbst das Wasser bis zum Hals. Dennoch wirft sie den Rettungsring, um den Schwimmverein wieder in sicheres Gewässer zu bringen. In nichtöffentlicher Sitzung sprach sich die Mehrheit des Finanzausschusses dafür aus, dem Verein einen einmaligen Zuschuss von 100 000 Euro zu gewähren.

Mit dem Geld kann der Schwimmverein Verbindlichkeiten begleichen, die zum Großteil bereits in den Jahren 2012 und 2013 aufgelaufen waren.

Auch höhere Ausgaben, die von der Übernahme des Betriebs durch die Stadtwerke herrührten, sowie Ausfälle durch das schlechte Wetter sind in dieses Paket geschnürt. Geschenkt ist das Geld nicht: Die Summe wird beim Zuschuss, mit dem die Stadt das Schätzlerbad unterstützt, in den Jahren 2016 und 2017 eingespart. Dann reduziert sich der städtische Zuschuss von derzeit 550 000 Euro jährlich auf eine halbe Million Euro.

Hoffen auf eine starke Mehrheit

Die Entscheidung des Finanzausschusses muss der gesamte Stadtrat am Montag bestätigen. Auch hier hofft Schwimmverein-Vorsitzender Reinhard Meier auf eine starke Mehrheit. Nur mit Hilfe der Stadt könne der drohende Liquiditätsengpass des Schwimmvereins abgewendet werden, betonte Meier auf Anfrage. Er wollte die hier genannten Zahlen - mit Hinweis auf die Nichtöffentlichkeit im Finanzausschuss sowie im Stadtrat - nicht kommentieren.

Um die Betriebskosten zu senken, hatte der Schwimmverein, etwa an den Becken, eigenes Personal eingesetzt. Mit weiteren Maßnahmen waren Forderungen an die Stadtwerke in Höhe von rund 100 000 Euro aufgelaufen. Zugleich drückten den Schwimmverein die 112 000 Euro Altschulden. Aufgrund der Statuten konnten die Stadtwerke den Betrag nicht auszahlen, sondern lediglich gegen Forderungen verrechnen, die die Stadtwerke an den Schwimmverein haben. Dies hätte dem klammen Verein nicht geholfen. Er braucht das Geld, um handlungsfähig bleiben zu können.

Eintrittsgelder fehlen wegen schlechten Wetters

In die Bredouille kam der Verein durch die verregneten Monate August und September. Über 10 000 Besucher fehlen, um die Haushaltsansätze zu erreichen. Meier: "Meist haben wir vier Wochenenden, an denen das Schätzlerbad wirklich ganz belegt ist. Heuer war's nur am Pfingstmontag krachend voll." Bei 105 000 Gästen im Jahr 2014 fehlten dem Schwimmverein gut 30 000 Euro an Eintrittsgeldern. "Wir sind dennoch mit einem blauen Auge davon gekommen, haben schon im September nur noch Nachmittag geöffnet und so die Personalkosten reduziert."

Die Bitte um Hilfe hält Meier für gerechtfertigt: Der Schwimmverein biete den Bürgern mit dem Schätzlerbad eine der schönsten Freizeitanlagen in der Oberpfalz. Die Stadt unterstütze den Verein mit nur 550 000 Euro. "Experten gehen davon aus, dass jeder Besucher einer derartigen Einrichtung ein Defizit zwischen sechs und zehn Euro bringt. Das Schätzlerbad ist damit für die Stadt immer noch sehr günstig."
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