Finanzministerium zieht Bilanz: "Steuer-FBI" arbeitete 200 Fälle von schwerem Betrug am Fiskus ...
160 Millionen Euro Steuernachschlag

Die neue Sonderkommission schwerer Steuerbetrug (SKS) hat nach Angaben von Finanzminister Markus Söder seit ihrer Gründung 2013 knapp 160 Millionen Euro hinterzogener Steuer einkassiert. Insgesamt habe das bayerische "Steuer-FBI" mit seinen über 100 Beschäftigten rund 200 Fälle von schwerem Steuerbetrug bearbeitet. Die überführten Sünder erhielten dafür in Gerichtsprozessen eine Gesamtfreiheitstrafe von 93 Jahren und hätten zudem zwei Millionen Euro an Geldstrafen zahlen müssen. "Der Fahndungserfolg gibt uns recht, wir sind da sehr zufrieden", zog Söder am Montag in München Bilanz. Die SKS war gegründet worden, um die immer komplexer und internationaler werdenden Fälle von Steuerbetrug besser aufklären zu können. Die bearbeiteten Deliktsschwerpunkte sind laut Söder Internet-Handel, Umsatzsteuerbetrug, Kapitalmarktvergehen, Steuerflucht und Geldwäsche. Die Mitarbeiter der in München und Nürnberg stationierten SKS sind erfahrene Steuerfahnder mit einer Zusatzausbildung in Betriebsprüfung und Steuerstrafrecht. "Wir haben damit eine zentrale Einheit für besondere Formen der Steuerhinterziehung geschaffen", so Söder. In Zukunft soll ein kleines SKS-Team in Zusammenarbeit mit Landeskriminalamt und Verfassungsschutz im Verquickungsbereich von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nach verdächtigen Finanzströmen suchen. Wie Söder weiter mitteilte, wurden seit 2013 fast 400 neue Stellen in der Steuerverwaltung geschaffen, gut 100 davon bei Fahndung und Betriebsprüfung. Allgemeine Steuerfahndung und SKS zusammen hätten in dieser Zeit 633 Millionen Euro zusätzlicher Steuergelder eingenommen. Söder zeigte sich überzeugt, dass sich die Steuermoral in Bayern auch dank der schärferen Verfolgung von Vergehen "deutlich verbessert" habe. Dazu hätten auch internationale Abkommen beigetragen, die die Schlupflöcher für Steuersünder "immer kleiner und enger" gemacht hätten. "Für Steuerbetrüger wird es Jahr für Jahr schwieriger", sagte Söder.
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