Fliegerärzteverband fordert stattdessen strengere Untersuchungen für Piloten
"Schweigepflicht nicht lockern"

Seit dem Airbus-Absturz wird die Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht für Angehörige sensibler Berufsgruppen diskutiert. Bild: dpa
Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten hat sich der Deutsche Fliegerarztverband für strengere Untersuchungen für Piloten von Passagierflugzeugen ausgesprochen. "Wir fordern häufigere und gründlichere Laboruntersuchungen für Piloten", sagte Verbandspräsident Hans-Werner Teichmüller der Zeitung "Die Welt".

Es müsse ein Befund her, mit dem auch der Konsum von Psychopharmaka und Drogen nachgewiesen werden könne. Der Interessenverband der flugmedizinischen Sachverständigen geht mit seiner Forderung weit über die bisherige Praxis hinaus. Ärztepräsident Frank Montgomery wies unterdessen Überlegungen zurück, die ärztliche Schweigepflicht zu lockern. "Kritische Reflexion ist immer sinnvoll. Wir haben aber eher Probleme mit einem zu laxen Umgang mit der Schweigepflicht", sagte Montgomery der "Rheinischen Post". Häufig würden Krankenhäuser nach dem Tod eines Menschen seine Akten herausgeben, obwohl das verboten sei. Seit dem Absturz des Flugzeugs am 24. März wird über medizinische Untersuchungen für Piloten und eine mögliche Lockerung der Schweigepflicht debattiert.

Bei der Katastrophe war der Copilot krankgeschrieben, was er jedoch anscheinend verheimlichte. Was er hatte, ist nicht bekannt.

Tauglichkeit attestiert

Nach früheren Lufthansa-Angaben hatte Andreas L. "ein voll gültiges Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1". Als Flugschüler habe er 2009 seine Lufthansa-Verkehrsfliegerschule über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Die Betreuung von Angehörigen der Opfer soll derweil gesichert bleiben, wie die zuständige Präfektur des Départements Alpes-de-Haute-Provence mitteilte.

Der Fliegerarztverband ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von deutschen Fliegerärzten. Diese untersuchen Piloten, fliegendes Personal in Cockpit und Kabine sowie Fluglotsen auf die gesundheitliche Tauglichkeit für ihre Tätigkeit.
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