Flüchtiger Bürgermeister gefasst

Das Schicksal bewegt die Menschen in Iguala. Neben Street-Art-Künstlern setzten am Montag auch Vertreter sozialer Organisationen mit einem Protestmarsch in die knapp 200 Kilometer entfernte Hauptstadt Mexiko-Stadt ein Zeichen. "Unsere Forderung ist: Wir wollen sie lebend zurück", sagte einer der Organisatoren, José Alcaraz García. Bild: dpa

Igualas Rathauschef soll der Drahtzieher hinter dem Verschwinden Dutzender Studenten sein. Von den jungen Leuten fehlt noch jede Spur. Mexikos Präsident Peña Nieto will nun einen Sicherheitspakt schmieden.

Mehr als einen Monat nach den Geschehnissen ist der von der Polizei gesuchte Bürgermeister der Stadt Iguala festgenommen worden. José Luis Abarca und seine Frau seien am Dienstag in Mexiko-Stadt gefasst worden, teilte die Bundespolizei mit. Er soll die Verschleppung der jungen Leute angeordnet haben - bei der Aktion starben auch sechs weitere Menschen.

Die 43 linksgerichteten Studenten waren von Polizisten entführt und vermutlich der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" übergeben worden. Offenbar wollte Abarca verhindern, dass sie eine Rede seiner Frau als Vorsitzende des Wohlfahrtsverbands störten. María de los Ángeles Pineda stammt aus einer Drogenhändlerfamilie. Sie soll ein führendes Mitglied der "Guerreros Unidos" sein, die offenbar weite Teile der örtlichen Sicherheitskräfte unterwandert haben. Wenige Tage nach dem Verschwinden der Studenten war das Paar untergetaucht. Die Festnahme erfolgte durch den Geheimdienst Cisen und eine Spezialeinheit.

Gegen Abarca liegt Haftbefehl wegen Mordes vor. Bei dem Einsatz gegen die Studenten hatten Sicherheitskräfte sechs Menschen getötet. Früher wurde gegen ihn wegen krimineller Verbindungen ermittelt.
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