Flüchtlinge, Finanzen, Fortschritt

Nächste Woche tagt das evangelische Kirchenparlament in Regensburg. Brisante Themen stehen auf dem Programm. Es geht vor allem ums Geld.

Jahrhundertelang haben die Protestanten in Regensburg eine prägende Rolle gespielt, heute sind sie in der Minderheit. Doch vom 23. bis 27. November steht die evangelische Kirche im Mittelpunkt: Die Landessynode tagt in Regensburg - und bespricht unter anderem, wie Hilfe für Asylbewerber organisiert werden kann.

500 hauptamtliche und über 3000 ehrenamtliche Helfer seien in der evangelischen Kirche bayernweit für Flüchtlinge im Einsatz, erklärte Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel am Dienstag bei einem Pressegespräch. Die Kirche könne nicht alle Probleme lösen, aber unterstützend wirken. Der Regensburger Dekan Eckhard Herrmann berichtete, dass die evangelischen Gemeinden in Burglengenfeld und in Geiselhöring Menschen in den vergangenen Monaten Kirchenasyl gewährt haben. Als Wunsch äußerte er, dass die Landeskirche einen hauptamtlichen Koordinator für Flüchtlingsaufgaben im Dekanat Regensburg finanziert.

Geld zurücklegen

Geldfragen nehmen bei der Herbst-Landessynode traditionell breiten Raum ein. Schwerpunkt ist in Regensburg der Beschluss über den Haushalt 2015. "Uns geht es finanziell noch gut, das bedeutet aber nicht, dass wir uns es gut gehen lassen können", sagte Synodalpräsidentin Preidel. Am Horizont zeichne sich durch den demografischen Wandel ein Rückgang der Kirchensteuer ab. Dafür müsse eine Strategie entwickelt werden, etwa indem man Geld zurücklege.

Das Thema Ökumene spiegelt sich bereits im Tagungsort, dem Kolpinghaus, wider. Wichtig sei es, dass die katholische und evangelische Kirche im Gespräch bleiben, erklärte Preidel. Dafür biete sich Regensburg ideal an. Sie freue sich, wenn die Landessynode an das Motto des Katholikentags, "Mit Christus Brücken bauen", anknüpfen könne. Ein "schöner Fortschritt" wäre das gemeinsame Abendmahl, sagte die Diplombiologin aus Erlangen, die mit einem Katholiken verheiratet ist.

Bedford-Strohm spricht

Eröffnet wird die Tagung mit einem Gottesdienst in der Dreinigkeitskirche am Sonntag um 18 Uhr, am Montag beginnt um 9 Uhr die Plenumssitzung im Kolpinghaus, bei der auch Heinrich Bedford-Strohm sprechen wird, Landesbischof und frisch gewählter Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Landessynode mit 108 Mitgliedern, darunter Pfarrer und Nicht-Ordinierte, ist als Kirchenparlament das oberste Entscheidungsorgan der evangelischen Landeskirche. Ihr obliegt das Recht zur kirchlichen Gesetzgebung, dazu gehören die Verabschiedung des jährlichen Haushaltsgesetzes und Haushaltsplans.
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