Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Nord startet mit ihren Ortsversammlungen
Wertschöpfung im Visier

Mit dem Auftakt im Gasthaus Melzner startete die Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Nord die Runde der Ortsversammlungen. Revierleiter Andreas Arnold informierte über die umfangreichen Förderrichtlinien, die vor allem langfristig rentable Holzerträge sichern sollen. Aus den Berichten zur Situation auf dem Holzmarkt wurde deutlich, dass die Sägewerke derzeit großen Bedarf an Holz haben.

Spalten und trommeln

Geschäftsführer Andreas Punzmann und die Revierleiter Andreas Arnold sowie Bastian Träger teilten sich die Berichterstattung in der Mitgliederversammlung in Schwand. Geschäftsführer Andreas Punzmann berichtete über eine sehr gute Ausnutzung des Sägespalterautomaten, der aber hinsichtlich seiner Pflege nicht die größte Beachtung von den Ausleihern erhält. Ebenfalls bestens ausgelastet ist die Trommelsäge, die vor allem in der Fränkischen Schweiz zum Einsatz kommt und immer wieder im Bestzustand zurückkommt.

Diese Ausleihe ins Fränkische sei eine gute Werbung für die Forstbetriebsgemeinschaft, meinte Geschäftsführer Punzmann. Von vier Mann in der Fränkischen Schweiz bedient, würde die Maschine in der Stunde elf Ster Holz schaffen, während fünf bis sechs Ster üblich seien. Zur Borkenkäfersituation berichtete Punzmann über ein "ruhig" verlaufendes erstes Halbjahr 2013. Obwohl das Frühjahr trocken gewesen sei, habe es kaum eine Borkenkäferbelastung gegeben. Später, ab August, habe dann aber "high-life" geherrscht, pro Woche seien rund 500 Festmeter Käferholz angefallen.

Zum Abrechnungssystem teilte der Geschäftsführer mit, dass die FBG Auszahlungen an die Waldbesitzer tätige, so lange Geld auf dem Konto vorhanden sei, auch wenn die Sägewerke ihre Schuld noch nicht beglichen haben.

Revierleiter Träger erläuterte die Möglichkeiten einer großen Wertschöpfung aus dem geschlagenen Holz. Als wichtige Kriterien nannte der Revierleiter die Abhängigkeit vom Bestand mit Alter und Menge sowie auch der Erschließung zum Abtransport. Insgesamt aber rentiere sich, nach Möglichkeit Langholz über zehn Meter zu liefern. Sollten Waldbesitzer bestimmte Holzwerke bei der Verarbeitung bevorzugen, werde dies von der FBG berücksichtigt, versicherte Träger.

Gute Bestände

Bei Rundgängen durch die Wälder zeigen sich oftmals gute Bestände, deren Existenz den Eigentümer manchmal überhaupt nicht bekannt ist. Für den 3. Dezember ist eine Holz-Submission vorgesehen, bei der Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie und Tanne zum Verkauf kommt. Revierleiter Arnold bat die Waldbesitzer, eventuellen Borkenkäferbefall rechtzeitig zu melden. Die gesetzliche Verpflichtung dafür ergebe sich aus der Landesverordnung zur Bekämpfung der schädlichen Insekten in den Wäldern. Aufmerksam machte Arnold auch auf die gesetzliche Erlaubnispflicht für Rodungen und Erstaufforstungen.

Für das Jahr 2015 kündigte der Revierleiter die Erstellung des Forstlichen Gutachtens, auch als Grundlage für die Abschlusspläne an. Die Wälder Bayerns nehmen weiterhin konstant zu. So ist der Waldbestand in diesem Jahr um 7400 Hektar auf 2,6 Millionen Hektar gestiegen. Davon sind 36 Prozent Laubholz. In Bayern steht pro Hektar Waldfläche eine Holzmenge von 396 Kubikmeter zur Verfügung.

Neue Richtlinien

Ausführlich befasste sich Arnold mit den neuen Richtlinien zur Waldbauförderung, die so komplex sind, dass der Referent seine Hilfe bei Interesse anbot. Wichtig aber besonders: Die Erstaufforstung wird weiterhin gefördert, aber auch die Wiederaufforstung nach Schadensereignissen. Hier richtet sich die betragsmäßige Höhe nach den Pflanzarten. Außerdem gibt es noch Förderzuschläge wie beispielsweise bei Markierungsstäben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.