Fortschritte bei Zusammenarbeit mit Polizei und Jagdverband
Abgehackte Luchsbeine: Bilanz nach sechs Monaten

Symbolbild: dpa
Hilpoltstein. Sechs Monate nach dem Fund von vier abgehackten Luchsbeinen im Lamer Winkel bei Cham, gibt es immer noch keine konkreten Hinweise auf einen Täter. Trotzdem ermittelt die Polizei weiterhin. „Anders als bei ähnlichen Fällen haben die Behörden noch nicht aufgegeben. Das ist sehr ermutigend“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Bei zuletzt zwei Fällen von Umweltkriminalität gegen Greifvögel, ebenfalls in der Oberpfalz, hat die Polizei jedes Mal schnell reagiert. „Dies sind erste Anzeichen, dass die Polizei das Thema nun ernst nimmt“, sagt Schäffer weiter. Auch bei der Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Jagdverband erkennt der LBV dessen Bemühungen an, die illegalen Tötungen geschützter Tiere wie dem Luchs in den Griff zu bekommen.

BJV-Präsident Prof. Jürgen Vocke bekennt sich gegenüber dem LBV klar zum Schutzstatus von Luchs und Wolf in Bayern. „Der Bayerische Jagdverband steht voll hinter dem hohen Schutzstatus der großen Beutegreifer. Die Rechtslage ist eindeutig. Illegale Verfolgungen werden vom BJV strikt abgelehnt. Ziel muss es sein, mit den Managementplänen die Rahmenbedingungen für Wild und Jagd so zu gestalten, dass die Rückkehr der Beutegreifer nicht zu Verwerfungen führt“, so Vocke.

Dies ist nach dem aktuell bekannt gewordenen ersten eindeutigen Nachweis eines Luchses in der bayerischen Rhön im Landkreis Bad Kissingen wichtiger denn je. „Wir erkennen an, dass durch der Anwesenheit von Luchs und Wolf in Bayern bestimmte Konflikte entstehen, bei denen man zusammen arbeiten muss“, erklärt Norbert Schäffer. Hier ist der LBV-Chef durchaus bereit, auf den Jagdverband zuzugehen. „So könnte beispielsweise die permanente Anwesenheit eines Luchses in einem Jagdrevier durchaus in die Abschussplanung des Jägers für Rehe einberechnet werden“, so Schäffer weiter.

Bei der Zusammenarbeit des LBV mit den Polizeibehörden deutet sich unter anderem immer konkreter eine Kooperation bei der Ausbildung der Beamten an. Dass bei konsequenter Ermittlung auch Erfolge erzielt werden können, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Österreich. Hier wurde jüngst eine Jägerin verurteilt, die illegal einen Luchs in einem Nationalpark geschossen hatte.

Nach dem ersten eindeutigen Nachweis eines Luchses in der bayerischen Rhön vor wenigen Tagen ist dessen Herkunft derzeit noch unbekannt. Von dem im Oktober ausgerechnet im Landkreis Cham nachgewiesen Wolf ist seither allerdings keine weitere Spur dokumentiert.
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