Frauenförderung auch nach Beschluss ein Zankapfel
Quote im Kreuzfeuer

Die Koalition erntet mit ihrem Kompromiss zur Frauenquote in Aufsichtsräten Kritik von allen Seiten. Wirtschaftsverbände lehnten das Vorhaben am Mittwoch als schädlich ab, der Opposition gehen die Pläne hingegen nicht weit genug. Grüne und Linke verspotteten die vorgesehene Quote von 30 Prozent als "Quötchen" und "Quote light". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte die schwarz-rote Vereinbarung: "Wir können es uns nicht leisten, auf die Kompetenz der Frauen zu verzichten", sagte sie bei der Generaldebatte im Bundestag.

Nach wochenlangem Streit hatten die Koalitionsspitzen in der Nacht zum Mittwoch die Details einer Frauenquote für die Wirtschaft vereinbart. Ab 2016 müssen demnach 30 Prozent der Aufsichtsratssitze an Frauen gehen - anderenfalls bleiben sie unbesetzt. Dies gilt allerdings nur für gut 100 börsennotierte und mitbestimmungspflichtige Unternehmen, für kleinere Firmen wird es eine flexible Regelung geben.

Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) lobte die Vereinbarung: "Dieses Gesetz ist ein wichtiger Schritt für die Gleichberechtigung, weil es auch einen Kulturwandel ... einleiten wird." Der Arbeitgeberverband BDA protestierte: "Eine solche Quote ignoriert, dass das entscheidende Kriterium die fachliche Qualifikation sein muss." (Seite 18)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.