Freie Wähler: Netzentwicklungsplan neu berechnen
Überflüssige Stromtrassen

Die Freien Wähler halten den Bau der zwei neuen Gleichstromtrassen (HGÜ) von Norddeutschland nach Bayern nach wie vor für überflüssig. Bestätigt werden sie darin von einem Gutachten der Wiesbadener Forschungsgesellschaft für Alternative Technologien und Wirtschaftsanalysen. Nach dem Berliner Koalitionsbeschluss vom Juli sollen zwei HGÜ-Trassen von Nord- nach Süddeutschland gebaut werden, eine davon durch Oberfranken und die Oberpfalz zum Netzverteiler am gegenwärtigen Atomkraftwerk Ohu bei Landshut. Die Kabel sollen dabei vorrangig unterirdisch verlegt werden.

Wie der energiepolitische Sprecher der Freien Wähler, Thorsten Glauber, mitteilte, gehen die im Juli getroffenen Beschlüsse zum Bau der HGÜ-Leitungen von falschen Voraussetzungen aus. Es sei deshalb "zwingend geboten", den derzeit gültigen Netzentwicklungsplan neu zu berechnen. "Wir sind davon überzeugt, dass der Netzausbau reduziert und auf die beiden HGÜ-Leitungen verzichtet werden kann", erklärte Glauber. Nach seinen Worten geht das von Professor Lorenz Jarass verfasste Gutachten davon aus, dass der Transport von Kohlestrom aus dem Norden Deutschlands nach Bayern zum Ausgleich von Versorgungslücken bei fehlendem Wind- oder Sonnenstrom unnötig wäre, wenn es für die in Süddeutschland geplanten Reservekraftwerke auf Gasbasis ein entsprechendes Marktdesign gäbe.
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