Freie Wähler nominieren einstimmig Landrat Wolfgang Lippert für eine zweite Amtsperiode
"Der Landkreis steht gut da"

Viele Hände musste am Freitag in der Schlossschänke Friedenfels Landrat Wolfgang Lippert (im Bild mit Frau Edith und Schwägerin Judith) schütteln. Die Freien Wähler nominierten ihn für eine zweite Amtsperiode. Bernd Lux war einer der ersten Gratulanten. Bild: bz
Friedenfels. (bz) Vor sechs Jahren war er angetreten, "um die hervorragende Arbeit von Karl Haberkorn nicht verfallen zu lassen". Heute will Wolfgang Lippert nicht nur das Erbe weiterführen, sondern auch die eigene Arbeit fortsetzen und neue Zeichen setzen. Einstimmig nominierten die Freien Wähler den amtierenden Landrat für eine erneute Kandidatur.

Hans Klupp, Sprecher der Kreistagsfraktion, lobte die transparente Amtsführung des 58-Jährigen. "Offenheit, Kompromissbereitschaft, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit prägen den Politikstil unseres Landrats." Die zweite Amtszeit gebe die Gelegenheit, viele angefangene Projekte und Ideen zu einem erfolgreichen Ende zu führen.

Wie im Flug seien die sechs Jahre vergangen, bekannte Wolfgang Lippert. Sicherlich habe er 2008 erst lernen und Erfahrungen sammeln müssen. "Aber ich habe mir ein Netzwerk geschaffen, ich weiß, wo ich welche Hebel umlegen muss, um etwas in Bewegung zu setzen." Und er sei gesund und belastbar, um wieder Verantwortung für einen liebens- und lebenswerten Landkreis zu übernehmen. All das sei nur mit einer starken Frau an der Seite möglich, dankte der Landrat Ehefrau Edith auch für ihr Engagement als Schirmherrin der "Aktion Lichtblicke". Lippert nannte ein ganzes Potpourri an Themenschwerpunkten und Problemfeldern, erinnerte an die millionenschweren bereits erfolgten und noch zu tätigenden Investitionen an Stiftland-Gymnasium, Realschulen und Berufsschule Wiesau.
Trotz des Defizits: Die Kreismusikschule war für den Landrat "kein Luxus, sondern eine Horizont-Erweiterung". Besonders intensiv ging Lippert auf den demografischen Wandel und den Bevölkerungsverlust von jährlich rund 500 Menschen ein. "Dramatisch wird es, wenn uns dann noch die Infrastruktur wegbricht."

Der Freie Wähler erwähnte auch die verschiedenen Handlungskonzepte von Mobilität über Immobilien und Klima bis zur Seniorenpolitik als Voraussetzung für ein gezieltes Vorgehen. "Andere schauen drauf, wie weit wir da schon sind", erinnerte er an die daraus generierten Modellvorhaben und das regionale Entwicklungskonzept als "Gebetbuch" einer entsprechenden Förderkulisse.

Windkraft werde nicht zu umgehen sein. "Aber wir dürfen unsere Landschaft nicht um jeden Preis opfern." Die Energiewende sei zu schnell und zu wenig durchdacht gekommen. "Wir müssen es ausbaden." Das Thema Fremdenverkehr vor allem mit dem Radtourismus lag dem Landrat besonders am Herzen.

Der Sprecher erinnerte an die schwierige Zeit, als die Bankenaufsicht zu einer Fusion der Sparkassen drängte. "Auf einmal haben wir alle Zeit der Welt." Auch die Krankenhauslandschaft schaue ganz gut aus, zumindest, solange nicht die große Politik auf die Schließung kleinerer Häuser abzielt.
Lippert verwahrte sich gegen den Vorwurf des Schuldenmachers. 2005 stand der Landkreis mit 20,1 Millionen Euro in der Kreide, jetzt sind es 22,7 Millionen. "Den 9-Millionen-Kredit für das Stiftland-Gymnasium haben wir also fast schon wieder ausgeschwitzt." Der Landkreis stehe gut da. "Wir brauchen uns nicht zu verstecken", verwies der Freie Wähler auf eine Prognos-Studie, wonach Tirschenreuth sich unter über 400 Landkreisen von Platz 327 auf 210 vorgearbeitet hat. "Wir haben vieles bewegt, vieles initiiert und wir wollen vieles weiter auf den Weg bringen."
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