Friedlicher Auftakt bei G7-Protesten

Der G7-Krake als Sinnbild: Mit dieser Figur zogen die Demonstranten am Donnerstag durch die Straßen von München. Die G7-Kritiker fordern vor allem einen Stopp der Verhandlungen zum Handelsabkommen TTIP, Fortschritte bei der Klimapolitik und eine Bekämpfung der Armut. Bild: dpa

Unter strengsten Vorkehrungen lädt Kanzlerin Merkel zum G7-Gipfel. In München stimmen sich mehr 30 000 Globalisierungsgegner friedlich auf einen bunten Widerstand ein.

Gegen den G7-Gipfel im bayerischen Elmau formiert sich starker Protest. Drei Tage vor Beginn des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel mit den anderen G7-Staats- und Regierungschefs versammelten sich in München nach Polizeiangaben mehr als 30 000 friedliche Globalisierungsgegner. Die Kundgebung stand unter dem Motto "TTIP stoppen - Klima retten - Armut bekämpfen".

Am Sonntagnachmittag beginnt im Schloss Elmau am Fuße der Zugspitze das Treffen großer Industrienationen. In den Stunden zuvor sucht Merkel gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama im nahen Dorf Krün bei einem bayerischen Frühstück mit Leberkäs und Brezn den Kontakt zur Bevölkerung.

Das schlechte Verhältnis zum einstigen Partner Russland überschattet das Gipfeltreffen. Merkel (CDU) äußerte sich zurückhaltender als Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zu einer raschen Rückkehr Russlands in den Kreis der G7. Steinmeier hatte zuvor betont, es bestehe kein Interesse daran, dass G8 auf Dauer ein G7-Format bleibe.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, warnte davor, den G7-Gipfel mit Erwartungen zu überfrachten. "Die Erwartungen sind riesig und natürlich viel zu hoch, als könnten diese sieben die Welt von heute auf morgen retten und erlösen."

Beim Auftakt der Proteste in München wurden keine Zwischenfälle bekannt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erwartet in den kommenden Tagen allerdings auch "mindestens zwei- bis dreitausend gewaltbereite Leute". Deutschland erlebt während des Gipfels die umfassendste Luftraumbeschränkung seiner Geschichte. Von Sonntagmorgen bis Montagabend müssen von der Donau bei Ingolstadt bis zum Brenner in Norditalien alle Privatflugzeuge am Boden bleiben.

Auch rund um den Tagungsort blieb es ruhig. Im Protest-Camp der G7-Gegner in Garmisch-Partenkirchen kamen nach Angaben der Organisatoren zwischen 250 und 300 Menschen an. "Alles entspannt, tolles Alpenpanorama", sagte Benjamin Ruß vom Aktionsbündnis Stop G7 Elmau zur Stimmung vor Ort. (Seite 5)
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