Frühe Warnung vor Tsunamis

Eine Tsunami-Simulation zeigt die gefährdeten Orte. Bild: dpa

Zehn Jahre nach dem Tsunami im Indischen Ozean, bei dem rund 230 000 Menschen ums Leben kamen, ist das Frühwarnsystem in der Region nun fest installiert.

"Drei große Warnzentralen in Indonesien, Indien und Australien überwachen mit Seismographen und einem satellitengestützten GPS-System den gesamten Indischen Ozean", sagt Jörn Lauterjung vom Potsdamer Geoforschungszentrum, Projektleiter beim Aufbau der Jakarta-Zentrale.

Das System stützt sich auf Hunderte Messstationen an den gefährdeten Küsten, die ihre Daten in Echtzeit an die Warnzentralen übermitteln. Die zunächst eingesetzten Messbojen im Meer sind nicht mehr im Dienst. Je nach Ort des Bebens reiche die Frühwarnzeit nicht aus, wenn die Welle die Boje erfasst, erklärt Lauterjung. Nach einem Ausbildungsprogramm für die Mitarbeiter wurde das Projekt an Indonesien übergeben.

"Das System läuft wie gewünscht", sagt der Chef der Warnzentrale in Jakarta, Mochammad Riyadi. "Wir können eine Frühwarnung in weniger als fünf Minuten nach einem Erdbeben aussenden, wie zuletzt nach dem Beben im Norden der Molukken." Nach dem Erdbeben Mitte November konnte die Warnung nach wenigen Stunden wieder aufgehoben werden. "Mit dem Frühwarnsystem erwarten wir, dass wir die Folgen für die Menschen bei einem Tsunami deutlich mindern können", erklärt Riyadi.

Auch die Warnzentrale in Thailand nutzt die in Jakarta gewonnen Informationen. "Unser Warnsystem ist viel weiter entwickelt als zuvor", sagte ein Sprecher der Behörde. "Wenn das Sumatra-Beben heute geschehen würde, hätten wir eine Stunde Zeit, vor dem Tsunami zu warnen - und wir wüssten, wie wir die Menschen alarmieren können."
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