Fünf Fragen zum Auffinden der Flügelklappe

Das gefundene Flugzeugteil stammt von einer Boeing 777. Daraus ergeben sich folgende Fragen, die dpa an die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig gestellt hat:

Stammt die Flügelklappe von Flug MH370

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, denn zurzeit gibt es nur ein einziges Flugzeug dieses Typs, das verschwunden ist. Die eindeutige Zuordnung des Wrackteils würde die traurige Gewissheit liefern, dass das Flugzeug irgendwo auf dem Ozean aufgeschlagen ist. Die spannende Frage nach dem Wo und vor allem dem Warum bleibt dagegen vorerst unbeantwortet.

Wie lässt sich generell die Herkunft der Flügelklappe bestimmen?

Derartige Nachweise sind in der Luftfahrt relativ einfach. Flugzeugkomponenten sind auch deshalb so teuer, weil ihre Luftfahrttauglichkeit mit einem Zertifikat nachgewiesen werden muss. Um billigen - und für die starke Dauerbelastung nicht immer geeigneten - Nachahmerprodukten einen Riegel vorzuschieben, müssen derartige Baukomponenten über eine Typnummer lückenlos bis zum Hersteller nachverfolgbar sein.

Könnte auch ein anderes Flugzeug die Flügelklappe verloren haben?

Theoretisch ja, praktisch ist das aber kaum denkbar. Der Verlust einer solchen Flügelklappe wäre ein schwerer Zwischenfall, der bei den Behörden meldepflichtig wäre.

Wieso hat das Wrackteil eine weiße Farbe, während Archivbilder auf den Tragflächen der malaysischen Boeing eine gräuliche Farbe zeigen?

Die bisher veröffentlichten Fotos des gefundenen Wrackstücks zeigen eine relativ intakte Flügelklappe mit abgerissenen Befestigungen und weißer Farbe. Wenn das Teil wirklich monatelang im Wasser getrieben hätte, wäre ein Abrieb der Farbe durchaus plausibel. Sehr gut möglich also, dass auf der Oberfläche nur noch die Grundierung zu sehen ist.

Wird die Suche nun neu belebt?

Sollte sich das Wrackteil eindeutig dem Flug MH370 zuordnen lassen, dürfte auf den umliegenden Inseln Mauritius, den Komoren oder Madagaskar mit größter Aufmerksamkeit an den Stränden nach weiteren Wrackteilen Ausschau gehalten werden. Eine Ausweitung der Suchaktion wäre aber kaum denkbar, bevor nicht aufgrund neuer Rechen- und Strömungsmodelle ein konkretes Suchgebiet eingegrenzt werden kann. Es würde sich immer noch über Hunderttausende Quadratkilometer erstrecken. Erschwerend kommt hinzu, dass der größte Teil des Flugzeugs in mehreren Tausend Metern Tiefe auf dem Meeresboden ruhen dürften und die Batterien der Blackbox erschöpft sind. (dpa)
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