Fünf Jahre Haft für Richter wegen verkaufter Lösungen für Jura-Prüfungen
Examen gegen Sex und Bares

Weil er Prüfungslösungen für das entscheidende Zweite Jura-Staatsexamen angeboten und verkauft hat, ist ein Richter (48) zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Lüneburg sprach den Ex-Referatsleiter im niedersächsischen Landesjustizprüfungsamt am Donnerstag der Bestechlichkeit im besonders schweren Fall, der versuchten Nötigung und des Verrats von Dienstgeheimnissen schuldig.

Damit droht ihm das berufliche Aus und der Verlust seiner Pension. Im Januar hatte der Familienvater ein Geständnis abgelegt. Die Anklage konnte Dateien, SMS-Nachrichten und viele Zeugen ins Feld führen.

"Das kriminelle Verhalten des Angeklagten ist in hohem Maße geeignet, den Rechtsfrieden zu stören", erklärte die Vorsitzende Richterin Sabine Philipp. Auch wenn in den zur Anklage gebrachten Fällen letztlich nur 5000 Euro geflossen seien, ging die Kammer von gewerbsmäßigem Handeln aus. Dem Angeklagten ging es um Geld und die Anbahnung sexueller Kontakte. So hatte er eingeräumt, mit einer betroffenen Referendarin ein intimes Verhältnis gehabt zu haben. Den Nachwuchsjuristen drohte er Anzeigen wegen Verleumdung an. Der Richter war in Mailand gefasst worden. Bei seiner Verhaftung war er in Begleitung einer Prostituierten, hatte 30 000 Euro und eine Pistole dabei. Mindestens 15 Nachwuchsjuristen soll das Zweite Staatsexamen nachträglich aberkannt werden. Rund 200 Sonderprüfer hatten die Abschlüsse von 2000 Juristen untersucht, dabei allein 16 000 Klausuren.
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