Für ganzheitliche Lösungen

Die Dorferneuerung ist eine Chance. Dabei können auch Privatmaßnahmen mit ordentlichen Zuschüssen unterstützt werden.

Die Dorferneuerung in der Ortschaft geht in die entscheidende Phase. Die Ortschaft Thanhausen steht kurz vor der Einleitung des Dorferneuerungsverfahrens. In einer zweistündigen Aufklärungsversammlung in Thanhausen appellierte Baurat Frank Langguth vom Amt für Ländliche Entwicklung, diese einmalige Chance zu nutzen.

Bürgermeister Alfred Stier bescheinigte den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung in der Mehrzweckhalle, dass die Dorfgemeinschaft in den zurückliegenden Jahren sehr gut zusammengearbeitet habe. In vielen Sitzungen seien zahlreiche Maßnahmen zur Verschönerung des Dorfes geplant worden. Das Stadtoberhaupt bedankte sich aber auch für die großartige Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung.

Frank Langguth ging detailliert nochmals auf die einzelnen Etappen ein. Beginnend von einem Strategieworkshop des Stadtrates 2009 und der ersten Ortsbegehung 2010 wurde eine Trägergruppe gebildet, die bereits im März 2011 an einem Seminar zur Vorbereitung auf die Dorferneuerungsplanung teilnahm. Er erinnerte ferner an die Durchführung der Fragebogenaktion im Herbst 2011 sowie die zahlreichen Arbeitskreissitzungen. Die Abschlusspräsentation der beabsichtigen Maßnahmen fand im Oktober 2013 statt. Die Ergebnisse seien dem Stadtrat im Februar 2014 vorgestellt worden.

Fit für die Zukunft

Um ein Dorf für die Zukunft fit zu machen, müssten alle Aspekte seiner Entwicklung beachtet werden, so Langguth. Deshalb strebe das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm ganzheitliche Lösungen an. Hierbei sollen insbesondere die ökonomischen, sozialen und kulturellen Potenziale des ländlichen Raums gestärkt werden.

Langguth stellte kurz nochmals die beschlossenen Maßnahmen vor. Neben der Sanierung von Straßen und Plätzen (z.B. Karl-von-Korb-Straße, Schlossplatz, Vorplatz zur Mehrzweckhalle) sollen auch Fußwegverbindungen geschaffen, Straßenräume gestaltet und eine Ortseingrünung vorgenommen werden. Außerdem ist ein Radweg mit Rastplatz geplant. Die Gesamtkosten belaufen sich nach einer vorsichtigen Berechnung auf rund 1,6 Millionen Euro. Nicht in diesem Betrag enthalten ist eine evtl. Sanierung des Schlosses. Die Realisierbarkeit dieser Sanierung wird ebenfalls im Verfahren geprüft. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Fördersätze

Die derzeitigen Fördersätze für die Dorferneuerung liegen zwischen 57 und 62 Prozent. Auch Privatmaßnahmen können bezuschusst werden: Private Gebäude sind bis zu 30 Prozent der Nettokosten und maximal 30 000 Euro (Regelfördersatz 20 %); Vorbereichs- und Hofräume bis zu 30 Prozent der Nettokosten und maximal 10 000 Euro (Regelfördersatz 20 %) förderfähig. Bei ortsplanerisch, kulturhistorisch oder denkmalpflegerisch besonders wertvollen Gebäuden ist sogar ein Zuschuss bis zu 60 Prozent der Nettokosten und maximal 60 000 Euro möglich (Regelfördersatz 30-50 %). Von zentraler Bedeutung ist im Dorferneuerungsverfahren die Beteiligung der Bürger, denn diese sind die besten Experten vor Ort. Langguth verglich dies exemplarisch mit einem fahrenden Zug, der nicht an den Bürgern vorbei fahren soll, sondern bei dem die Bürger mitgenommen werden müssen. Dann werde die Dorferneuerung auch ein durchschlagender Erfolg.
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