Fürs Geschichtsbuch

Es war ein Fest des Dankes. Nach 35 Jahren in der katholische Kirchengemeinde St. Ulrich verabschiedeten die Gläubigen ihren Pfarrer Johann Weis.

Regionaldekan Manfred Strigl, Stadtpfarrer Josef Häring, Pfarrer Ulrich Gruber und Geistlicher Rat Johann Weis zogen begleitet von Ministranten und den drei Fahnenabordnungen der Feuerwehren Bergnetsreuth, Roschau und Edeldorf in die geschmückte St.-Ulrichskirche ein. Nach längerer, schwerer Krankheit zelebrierte Weis zum ersten Mal wieder einen Gottesdienst mit. Der Kirchenchor unter der Leitung von Professor Dr. Bernhard Schmauß und die Stadtkapelle Neustadt mit Dirigent Karl Wildenauer sorgten für Musik und Gesang.

"Er war ein betender Kämpfer mit und für seine Pfarrgemeinde", verglich Regionaldekan Strigl Weis mit dem heiligen Ulrich. "Wir wollen ihm sehr ehrenvoll verabschieden, weil ihm das einfach gebührt, ihm danken, ihn loben, ihm höchsten Respekt zollen für seinen 35-jährigen Dienst in der Gemeinde." Strigl nannte Weis einen großen Vorbeter, der Geborgenheit in der Kirche schenken wollte. "Er hat es getan mit seinem ganzen Herzen und mit viel Güte. Pfarrer Weis ist ein glaubwürdiger und überzeugender Nachfolger Jesus Christus."

Die Ministranten, die für Weis immer etwas Besonderes waren, bedankten sich mit Versen wie "Was wären Sie ohne uns Ministranten gewesen?" und 35 roten Rosen. Kirchenpfleger Josef Greiner aus Roschau dankte mit viel Hochachtung im Namen von Pfarrgemeinderat, Männergemeinschaft, Frauenbund und der ganzen Pfarrei.

"Das Sie, Herr Pfarrer Weis, wieder gesund sind und heute mit uns zusammen das Ulrichsfest in der Form, wie sie es vor vielen Jahren eingeführt haben, mit uns feiern können, das freut uns außerordentlich." Obwohl Abschied ein trauriger Anlass sei, danke man, dass er gekommen und 35 Jahre geblieben sei.

"Als sie nach Wilchenreuth gekommen sind, hatten sie vom Generalvikar den Auftrag den Sonntaggottesdienst zu übernehmen." Im Rentenalter, in dem andere in den Ruhestand gehen, übernahmen Weis im September 1980 die Expositur Wilchenreuth. Schnell habe er festgestellt, dass in dieser Seelsorgegemeinde mit 13 verstreuten Dörfern hoher Nachholbedarf bestand. "Die Kirche war innen und außen in einem erbärmlichen Zustand. Sie begannen sofort mit der Renovierung." Greiner sprach von großartigen Leistungen, die in die Geschichtsbücher von St. Ulrich eingingen.

Für die evangelische Gemeinde dankte Pfarrer Ulrich Gruber für die gute ökumenische Zusammenarbeit. Bürgermeisterin Marianne Rauh lobte für die politischen Gemeinden Theisseil und Floß das gute Miteinander von Kirche und Politik.

Für die guten Wünsche, Gebete und Besuche im Krankenhaus dankte der 92-jährige Geistliche. "Dass sie mich in den Fürbitten in die heilige Messe eingeschlossen haben, war ein schönes Zeichen der Verbundenheit." Mit den Worten "Behüte sie alle Zeit der liebe Gott, Dankeschön", verabschiedete sich Weis von seiner Gemeinde St. Ulrich. Weis wird weiterhin mit der Haushälterin in seinem Haus in Weiden wohnen.

Im Anschluss wurde auf dem Kirchplatz mit der Stadtkapelle Neustadt das Ulrichsfest gefeiert. Viele Gläubige nutzten die Gelegenheit, sich persönlich von Weis zu verabschieden.
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