Furcht vor Anschlag: Razzia bei Rechten

Die Bundesanwaltschaft hat eine Gruppe zerschlagen, die ausländerfeindliche Terroranschläge geplant haben soll. Der mutmaßliche Anführer wurde in seiner Augsburger Wohnung festgenommen. Der Bundesinnenminister zieht sogar einen Vergleich zum NSU.

Die in Bayern und anderen Bundesländern zerschlagene mutmaßlich rechtsterroristische Vereinigung "Oldschool Society" (OSS) plante offenbar zeitnah einen ausländerfeindlichen Anschlag. Nach Erkenntnissen von Ermittlern wollten die OSS-Mitglieder möglicherweise bereits am Wochenende ein Attentat verüben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Sicherheitskreisen. Mit von der OSS geplanten Bomben hätten demnach Menschen verletzt oder getötet sowie Gebäude stark beschädigt werden können.

Bei einer Razzia am Mittwoch wurde in Augsburg der selbst ernannte Anführer der Organisation, Andreas H., festgenommen. Der 56-Jährige wurde von Ermittlern als einer von zwei "Rädelsführern" bezeichnet. Die Gruppe soll sich Sprengstoff beschafft sowie Anschläge auf Islamisten, Moscheen und Flüchtlingsheime geplant haben.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, möglicherweise sei die Bildung einer Organisation nach dem Vorbild des rechtsextremen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) verhindert worden. Laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe lagen Haftbefehle gegen den Augsburger und zwei weitere Männer sowie eine Frau vor. Spezialeinheiten der Bundespolizei und der Länderpolizeien nahmen das Quartett fest. Zudem wird gegen fünf weitere Beschuldigte ermittelt. Bei den verhafteten führenden Köpfen gibt es nach Angaben aus Sicherheitskreisen Hinweise darauf, dass sie in rechtsextremistischen Vereinigungen aktiv waren. Bei den Durchsuchungen seien keine Schusswaffen gefunden worden. Es seien aber erlaubnispflichtige Pyrotechnik "mit großer Sprengkraft", Gaspistolen und Stichwaffen sichergestellt worden. Der Bayerische Rundfunk berichtete, dass es Durchsuchungen und weitere Festnahmen im Kreis Deggendorf und im Raum Mühldorf gegeben habe.

Ende 2014 sollen sich neun Rechtsextremisten im sächsischen Frohburg zu einer Gründungsveranstaltung der "Oldschool Society" getroffen haben. Im Laufe der Überwachung haben sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen Erkenntnisse verdichtet, dass die Rechtsextremisten durchaus in der Lage gewesen seien, ihre Ziele umzusetzen. Die "Oldschool Society" ist auch nach Einschätzung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine neue Gruppe. Bisher seien noch keine Querverbindungen zu anderen rechtsextremen Vereinigungen erkennbar, sagte Herrmann in München. "Soweit ich das überblicken kann, waren die meisten, um die es da geht, bisher noch nicht so auf dem Bildschirm." (Seite 2)
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