Fußball-Regionalligist FC Amberg knöpft Titelaspiranten FC Bayern München II einen Punkt ab
"Die Krönung"

Keine Angst vor großen Namen: Julian Ceesay (links) und Christian Knorr (rechts) versuchen hier Sinan Kurz (Mitte) vom FC Bayern München II zu stoppen. Der 19-Jährige kam im vergangenen Sommer für 2,5 Millione Euro Ablöse von Borussia Mönchengladbach zu den Bayern. Der deutsch-türkische Stürmer bestritt bisher ein Bundesligaspiel (gegen Hertha BSC Berlin) und gilt bundesweit als eines der größten Talente. Bild: fcbayern.de
Amberg. (lst) Was für ein Abschluss einer tollen Hinrunde: Fußball-Regionalligist FC Amberg hat dem Titelaspiranten FC Bayern München II einen Punkt abgeknöpft. Beim 2:2 vor 754 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße präsentierte sich der Aufsteiger ebenbürtig und hätte mit ein klein wenig Glück sogar den ersten Auswärtssieg feiern können.

Dennoch: "Das Spiel hat keinen Sieger verdient", sagte nach dem Ende Ambergs Teammanager Hubert Kirsch. Der war mit dem Auftritt der Mannschaft von Trainer Timo Rost mehr als zufrieden: "Wir waren absolut gleichwertig und präsentierten dem FCB einen offenen Schlagabtausch. Der Punktgewinn, den wir nicht unbedingt auf der Rechnung hatten, ist die Krönung einer echt tollen ersten Saisonhälfte", lobte Kirsch die bislang gezeigte Leistung des Liganeulings.

"Wir werden nicht vor Ehrfurcht erstarren", so der Amberger Coach noch vor dem Spiel. Rost wählte für alle etwas überraschend eine ungemein offensiv ausgerichtete Startformation, die gegenüber dem 1:1 gegen Schalding-Heining auf zwei Positionen verändert wurde. Sven Seitz und Kai Hempel saßen zunächst auf der Bank, dafür begannen Tobias Wiesner und Thomas Schneider. Und der FC Amberg bot dem großen Favoriten aus der Landeshauptstadt in einem technisch hochwertigen und temporeichen Spiel von Anfang an Paroli.

Zwar waren die Münchener optisch überlegen, doch aus dem Spiel heraus hatten sie in den ersten 45 Minuten kaum nennenswerte Chancen und bissen sich an der gut gestaffelten Amberger Truppe die Zähne aus. Die wiederum setzte auf Konter. "Da waren wir brandgefährlich", analysierte Kirsch nach dem Schlusspfiff. Die erste erwähnenswerte Möglichkeit hatte der FCB nach zehn Minuten, als Kapitän Karl-Heinz Lappe von Patrick Weihrauch steil geschickt wurde und dieser aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Erneut Lappe scheiterte dann in der 20. Minute am erneut glänzend aufgelegten Amberger Schlussmann Matthias Götz, der geschickt den Winkel verkürzte.

Auf der Gegenseite kamen die Gelb-Schwarzen nach 29 Minuten erstmals vors Bayern-Gehäuse, als Julian Ceesay mit seinem Freistoß Tobias Wiesner bediente, dessen Volleyabnahme aus 20 Metern sich aber nur aufs Tornetz senkte. Für die Führung der Hausherren, bei denen Weihrauch zuvor ebenso in Götz seinen Meister fand (39.), musste dann eine Standardsituation herhalten, bei der dem Amberger Torhüter die Sicht etwas versperrt war. Bei einer Freistoßflanke von Weihrauch war Lappe im Zentrum zur Stelle und spitzelte das Leder zum 1:0 in die Maschen (39.). Die Freude über den Treffer sollte aber nicht lange währen, denn fast mit dem Halbzeitpfiff vollendete Wiesner (45.) einen wunderschönen Konter über Marco Wiedmann zum 1:1.

Nachdem beide Teams in unveränderter Aufstellung aus der Kabine kamen, war der FC Amberg auch im zweiten Durchgang ein mehr als ebenbürtiger Gegner. Und er belohnte sich für seinen mutigen Auftritt sogar mit dem 2:1 (58.): Bei einem Rückpass von Felix Pohl wartete FCB-Torwart Ivan Lucic etwas zu lange und wurde so von Christian Knorr attackiert. Der Pressschlag fiel vor die Füße Knorrs, der so keine Mühe zum zweiten Treffer hatte.

Das war der Weckruf der "kleinen Bayern", die in der Folgezeit immer mehr Druck aufbauten und nach vorne marschierten. Julian Green scheiterte jedoch an Götz (68.), ehe der Amberger Keeper 120 Sekunden später allerdings machtlos war. Der eingewechselte Lucas Scholl - Sohn des Ex-Bayern-Profis Mehmet Scholl - jagte bei einem Freistoß aus 23 Metern das Leder unhaltbar zum 2:2 in die Maschen, ehe wiederum zwei Minuten später Green die Münchener Führung vergab.

In einer spannenden Schlussphase suchten beide Mannschaften die Entscheidung. So setzte Steeven Ribery (86.) seinen Schuss aus 16 Metern nur knapp neben den rechten Pfosten, während auf der Gegenseite Sebastian Hauck (88.) ebenso hauchdünn vergab.
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